Herrmann ehrt Bayerns Helden Lebensretter: Diese Münchner wurden ausgezeichnet

Innenminister Jochachim Herrmann (Mitte) und Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer (2. v. r.) mit vielen Helden. Foto: Sammy Minkoff

Bayerns Innenminister Herrmann zeichnet 37 Menschen für ihre Courage aus – weil sie in brenzligen Situationen gehandelt haben. Darunter sind auch mehrere Münchner.

 

München - Sie haben Sexualstraftaten aufgedeckt oder verhindert, Räuber festgehalten oder Betrüger auffliegen lassen: Menschen, die im Alltag Zivilcourage zeigen und eingreifen, wenn es nötig ist.

37 von ihnen sind am Donnerstag dafür von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit der "Medaille für Verdienste um die Innere Sicherheit für vorbildliche Zivilcourage" ausgezeichnet worden. "Wir brauchen Menschen, die eingreifen, wenn es nötig ist. Es darf uns nicht gleichgültig sein, wenn Mitmenschen belästigt oder angegriffen werden", so Herrmann.

Die AZ stellt einige von Bayerns Helden vor.

Räuber vertrieben

Zafer (l., 23) und Fatih Özcakir (20) aus München haben 2017 einen Raubüberfall auf eine Frau bemerkt. Während sich Passanten um sie kümmerten, verfolgten sie den Täter. Dieser griff in der Folge noch weitere Frauen an; die Brüder schritten ein, der Täter flüchtete.

Auch auf Fatih Özcakir ging der Mann los, während sein Bruder die Polizei rief, die den Täter später fasste. "Man muss Einigkeit zeigen, unabhängig von Hautfarbe oder Herkunft", so Zafer Özcakir.

Einbrecher verfolgt

Franca und Julius von Dörnberg zu Hausen aus München (beide 35) haben im Juni 2017 beobachtet, wie ein Einbrecher nachts am Prinzregentenplatz einen Kiosk ausräumte. "Wir sprachen den Mann an und filmten ihn", sagt Franca von Dörnberg zu Hausen. Ihr Mann verfolgte den flüchtenden Täter dann bis zur U-Bahn, mit der dieser entwischte. Weil sie das Video gleich der Polizei schickten, konnte diese den Mann am Hauptbahnhof festnehmen.

Pärchen in der U 2 beschützt

Kilian Schweinsteiger aus München (27) ist im Mai 2017 nachts mit der letzten U-Bahn der Linie U2 nach Hause gefahren, als er merkte, dass im Waggon hinter ihm "irgendetwas nicht stimmte". "Das war noch einer von den alten Zügen. Ich hab’ durchs Fenster ein weinendes Pärchen und drei Männer gesehen", so der 27-Jährige.

Er stieg an der nächsten Haltestelle aus und bei dem Pärchen wieder ein. „Das waren Gaststudenten aus Kolumbien, und er hatte schon eine ganz rote Wange.“ Zuvor war die Frau laut Polizei sexuell belästigt und der Kolumbianer mehrmals geschlagen worden. Schweinsteiger setzte sich zu dem Pärchen, verhinderte so erneute Angriffe. Allerdings kassierte er dabei selbst auch einen Faustschlag.

Sextäter verjagt

Sandra Behr aus Kronach (44) war im Juli 2018 um acht Uhr früh auf dem leeren Gelände der Landesgartenschau in Kronach unterwegs, als sie Hilferufe hörte. "Ich bin sofort losgelaufen", sagt Behr. In einem Gebüsch sah sie dann einen Mann, wie er gerade über eine 18-Jährige herfällt. Die Frau war auf dem Weg zur Arbeit gewesen, als der Mann sie packte, mehrfach schlug und versuchte, sie zu vergewaltigen. Sandra Behr verjagte den Täter durch lautes Rufen.

Schläger verscheucht

Rolf Reisten (82) aus Aschaffenburg hat im Februar 2019 in einem Aschaffenburger Park eine "schreiende Frau" bemerkt und gesehen, wie ein junger Mann auf seine Begleiterin einschlug. Der Senior ging dazwischen. Dabei erhielt Reisten allerdings selbst einen Faustschlag gegen die linke Schläfe. Er fiel mit dem Kopf auf den Boden und verletzte sich nicht unerheblich.

"Bei sowas musst du eingreifen" sagt er zur AZ, "auch, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht."

Kindesmissbrauch entdeckt

Georg Köttner aus Paunzhausen (51) hat Ende 2017 einen an einer Landstraße abgestellten Kleinbus mit einem Mädchen und einem älteren Mann darin bemerkt. Die Situation kam dem 51-Jährigen "nicht koscher" vor, wie er sagt. Deshalb rief er seinen Bekannten, einen pensionierten Polizisten, an. Gemeinsam gingen sie zu dem Bus – und überraschten dabei den 71-Jährigen, der gerade eine Zehnjährige sexuell missbrauchte. "Sie hatte riesengroß geöffnete, nach Hilfe schreiende Augen", sagt Köttner zur AZ.

Er und sein Bekannter nahmen den Täter fest, verständigten die Polizei und kümmerten sich bis zu deren Eintreffen um das "völlig verstörte Kind". Der Täter wurde zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

 

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