Haus der Kunst Spaenle verurteilt Hakenkreuz-Schmierereien als "Anschlag"

"Antisemitischer Dreck": So bezeichnete Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle die Hakenkreuz-Schmierereien am Haus der Kunst. (Archivbild) Foto: dpa/AZ

Das Haus der Kunst in München setzt sich seit Jahren mit seiner dunklen Nazi-Vergangenheit auseinander. Jetzt haben Unbekannte das Museum mit Hakenkreuzen beschmiert. Minister Spaenle ist wütend und spricht von "antisemitischem Dreck".

München - Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) hat NS-Schmierereien am Haus der Kunst in München als "dreckigen Anschlag" verurteilt. "Das ist antisemitischer Dreck pur", sagte Spaenle am Freitag in dem Museum, das Unbekannte am Abend zuvor mit Hakenkreuzen beschmiert hatten. "Ich bin wütend und kann gar nicht beschreiben, wie sehr."

Nach Polizeiangaben wurden während einer Ausstellungseröffnung vier weiße Hakenkreuze an die Türen des Museums gemalt. Die Polizei ermittelt wegen Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen. Zeugen meldeten sich zunächst nicht. Am Freitag waren die Kreide-Schmierereien mit Hilfe einer Restauratorin schon wieder entfernt, wie eine Museumssprecherin mitteilte.

Ganz in der Nähe der Schmierereien befindet sich nach Museumsangaben die Installation "Résistance" des Künstlers Christian Boltanski. Außerdem sei eine Bodeninstallation des Künstlers Gustav Metzger mit dem Titel "Travertin/Judenpech" mit einem Davidstern beschmiert worden. Das sei nicht strafbar, sagte der Polizeisprecher: "Ein Davidstern ist kein verbotenes Symbol."

 

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