"Gustoso" in Schwabing Geschmack auf Griechisch

Papa Stefan, der Küchenchef, kocht, wie er das in der Heimat nahe Thessaloniki schon getan hat. Zum Beispiel Zander. Foto: Daniel von Loeper

Das neu eröffnete „Gustoso“ in Schwabing zeigt die leichte Seite dieser Küche – und hat ein englisches Frühstück im Repertoire

 

Griechischer Wein, da hat jeder gleich den Hit von Udo Jürgens im Ohr: „Da saßen Männer mit braunen Augen und mit schwarzem Haar, und aus der Jukebox klang Musik die fremd und südlich war.“ Mit dem Anwerbevertrag zwischen Deutschland und Griechenland kamen ab 1960 tausende Gastarbeiter nach Deutschland – mit ihnen Tsatsiki und Ouzo.

Das griechische Lokal am Eck verströmte mit Kerzen in leeren Retsina-Flaschen und frittierten Tintenfischen Exotik. Zwei Jahrzehnte später waren diese Restaurants nicht mehr so beliebt: zu fettig die Gerichte, zu groß die Portionen.

Das Anfang Juli in der Clemensstraße eröffnete Restaurant Gustoso widerlegt alle Klischees. Der Name klingt italienisch, aber es wird von einer griechischen Familie geführt. „Das Wort ,gustoso’ bedeutet im Italienischen wie im Griechischen so viel wie geschmackvoll“, erklärt die 23-jährige Chefin, Irene Efstathiou. Zusammen mit ihren Eltern, die früher den Echinger Sonnengarten bewirtschafteten, betreibt sie das Lokal.

Vater Stefan steht am Herd und kocht köstliche mediterrane Gerichte wie gegrillte Kalbsleber mit Kräuter-Olivenöl (14,90 Euro). „Er kocht wie bei uns zu Hause in der Nähe von Thessaloniki: leicht und mit vielen Kräutern“, sagt Irene Efstathiou. Einen Fischteller mit Seezungenfilets, Calamari, Garnelen und Zitronen-Kartoffeln (10,90 Euro) etwa. Oder Spaghetti mit Tomaten, Kapern und Rindersteakstreifen (8,90 Euro).

Aber natürlich kommt auch mal ein Spanferkel-Kotelett vom Grill auf den Tisch (14,90 Euro). Zu Trinken gibt es italienische und ausgesuchte griechische Weine, sogar in Bio-Qualität wie der dezente Rotwein Agiorgitiko Dasaklis (Glas 0,1Liter für 3,50 Euro). Kerzen in Retsina-Flaschen? Fehlanzeige.

Im modern-puristischen Gastraum, der 40 Gästen Platz bietet, sucht man vergebens folkloristische Dekoration. Die vier Tische draußen werden ab nachmittags von der Sonne beschienen. Schon zum Frühstück kann man sich dort in eine Decke hüllen. Auch ein englisches Frühstück mit zwei Spiegeleiern, Bacon, Toastbrot, Kaffee oder Tee (6,90 Euro) gibt es: Dazu fällt einem dann eher der Sting-Song „Englishman in New York“ statt „griechischer Wein“ ein: „I don’t drink coffee, I drink tea my dear, I like my toast done on one side.“ 


Clemensstraße 68, täglich 10 bis 22 Uhr, Tel.: 21 75 25 09, gustoso-muc.de

 

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