Großer Vergleichstest Bayerns Grundschüler sind spitze

 

München Sie mussten Rechnen, Lesen und Zuhören – so wurden bundesweit die Fähigkeiten von Grundschülern getestet. Erfreulich: In allen drei Disziplinen lagen die bayerischen Schüler vorne. Doch es gibt einen Wermutstropfen: Auch im Freistaat entscheidet immer noch die soziale Herkunft über die Kompetenz der Kinder. Das räumt sogar Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle ein: „Unabhängig vom Elternhaus sollen die Schülerinnen und Schüler in Bayern gleich gute Chancen haben.“

In den drei getesteten Disziplinen dominierten in der Spitzengruppe überwiegend Länder aus dem Süden und Osten. Erhebliche Probleme in allen Bereichen haben die Kinder aus den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. Beim Lesen liegen in der Spitzengruppe Bayern (515 Punkte), Sachsen (513), Sachsen-Anhalt (511) und Thüringen (510) dicht beieinander. In der Mathematik bilden Bayern (519), Sachsen und Sachsen-Anhalt (beide 517) sowie Baden-Württemberg (512) die Spitzengruppe. Getestet wurde auch, wie gut Schüler aus Gehörtem Informationen ziehen können. Bayern liegt hier ebenfalls ganz vorne (513) und deutlich über dem deutschen Mittelwert – gemeinsam mit Baden-Württemberg (509), Schleswig-Holstein (507) und Niedersachsen (507).

Insgesamt zeigen die Grundschüler (getestet wurde in vierten Klassen) in Deutschland einen hohen Leistungsstandard, sagt der Präsident der Kultusminister-Konferenz Ties Rabe. Sie würden die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen oder sogar übertreffen. In allen Ländern stellten die Wissenschaftler in unterschiedlichem Ausmaß aber auch einen Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und den erreichten Kompetenzen der Schüler fest.

Besonders schwer tun sich Kinder, deren Väter und Mütter im Ausland geboren wurden. „Die Leistungsrückstände von Kindern aus Zuwanderungsfamilien lassen sich zu einem großen Teil auf den sozialen Status, das Bildungsniveau der Eltern und die Häufigkeit, mit der in der Familie Deutsch gesprochen wird, zurückführen“, sagt KMK-Präsident Rabe.

 

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