Große Schäden bleiben aus Aufatmen in Nürnberg: Sprengung der Bombe erfolgreich

Die Bombe wurde erfolgreich gesprengt. Die Glas-Pyramide in unmittelbarer Nähe blieb ohne Schaden. Foto: Matthias Balk/dpa

In Nürnberg und Fürth wurde eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Da eine Entschärfung nicht möglich war, musste die Bombe am Montagabend gegen 23 Uhr gesprengt werden.

 

Nürnberg - Der Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat Tausende Menschen in Nürnberg in Atem gehalten. Nachdem eine Entschärfung durch Spezialisten am Montag nicht möglich war, wurde am Abend eine kontrollierte Sprengung gegen 23 Uhr durchgeführt.

Die 250 Kilogramm schwere Bombe sei vollständig unschädlich gemacht worden, bestätigte Feuerwehrsprecher Stephan Gräser in der Nacht zum Dienstag. Nach ersten Erkenntnissen seien keine Schäden oder Brände an Gebäuden in der Umgebung entstanden. Eine Entschärfung war nicht möglich gewesen.

 

8.000 Menschen mussten die Sperrzone in Nürnberg und Fürth verlassen

Die etwa 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe war am Vormittag bei Bauarbeiten an einer Lärmschutzwand in einer zwei Meter tiefen Grube entdeckt worden. Seit dem Nachmittag hatten Sicherheitskräfte das Gebiet um den Fundort im Stadtteil Höfen weiträumig geräumt. In einem Umkreis von einem Kilometer mussten nach Angaben der Feuerwehr rund 8.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen - darunter etwa 5.000 Anwohner. Betroffen sind Gebiete im Nürnberger Süden und im benachbarten Fürth.

Um Druckwellen bei der Sprengung abzuleiten, sollten Entlastungsgräben gegraben werden. Außerdem wurden 16 mit Strohballen und Wassersäcken gefüllte Container zum Fundort gebracht, um einen Puffer zu bilden. Der Stadt zufolge waren 800 Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte im Einsatz.

Ministerpräsident Markus Söder dankte am Dienstagmorgen den Einsatzkräften via Twitter für ihre Arbeit. Der CSU-Politiker ist selbst wohnhaft in Nürnberg.

Sammelstelle für Anwohner eingerichtet

Als weitere Vorsichtsmaßnahmen wurden Straßen gesperrt und der Luftraum in 1.000 Metern Höhe abgeriegelt. Der Bombenfund sorgte auch für Behinderung im öffentlichen Nahverkehr. Eine Grundschule in Nürnberg sowie drei Turnhallen in Fürth wurden als Sammelstelle für die Anwohner eingerichtet.

Der Fall weckt Erinnerungen an die missglückte Sprengung einer Weltkriegsbombe in München im August 2012. Damals hatten die Experten im Stadtteil Schwabing Stroh genutzt, um die Wucht der Detonation zu Dämmen. Das Material entzündete sich allerdings und verteilte sich durch die Druckwelle in einem weiten Radius. Eine Boutique brannte völlig aus, auch ein Getränkeladen und ein Tonstudio wurden beschädigt.

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