"Grob verschandelt" Vor dem Ruffinihaus: Dieser Bauzaun erzürnt die Stadt

Seit wenigen Tagen eingezäunt: das Ruffinihaus am Rindermarkt. Foto: zif

Greislige Bretter vor dem schönen Ruffinihaus, und das am Ende zwei Jahre lang? Das geht nicht, findet man im Rathaus. Jetzt soll eine Lösung her.

 

München - Das reich verzierte Ruffinihaus am Rindermarkt ist eines der prägenden Häuser in der Altstadt. Weil der über hundert Jahre alte Gebäudekomplex saniert werden muss, ist das Haus seit wenigen tagen jedoch mit Brettern eingezäunt. Sehr hässlichen Brettern allerdings, wie man im Rathaus findet.

Das Ruffinihaus werde durch den Bauzaun "grob verschandelt", schimpft CSU-Stadtrat Richard Quaas. Das Baureferat habe dem Publikum in der Fußgängerzone einfach eine hässliche Bretterwand hingeknallt. "Das ist ein Unding und sollte schnellstens korrigiert werden", so Quaas.

Stadtbaurätin Merk über Zaun: "Das sieht furchtbar aus"

Auch Elisabeth Merk (parteifrei) hält den Ruffini-Zaun in seiner jetzigen Form für nicht tragbar. Die Stadtbaurätin hat allgemein ein waches Auge auf das Erscheinungsbild der Altstadt. Nutzt ein Geschäft seine Schaufenster zu exzessiv für knallige Werbung, schaltet sie sich gerne auch mal persönlich ein. Und nun stellt die Stadt selbst einen solchen Bretterverschlag hin. "Das sieht furchtbar aus", sagt Merk. Am Marienhof hinter dem Neuen Rathaus, wo gerade eine riesige Baugrube für die zweite Stammstrecke klafft, sei es gemeinsam mit der Bahn auch gelungen, den Bauzaun optisch verträglich zu gestalten, sagt Merk. Darum müsse man sich nun auch am Rindermarkt bemühen, fordert sie.

Auch der SPD ist der Ruffini-Zaun schon unangenehm aufgefallen. "Dass es an dieser Stelle einen Bauzaun braucht, ist selbstverständlich", sagt Stadtrat Klaus Peter Rupp. Man könne aus der Not aber auch eine Tugend machen, findet die Rathaus-Fraktion. Die SPD hat gestern deshalb beantragt, den Zaun für Street Art freizugeben. "Die Fläche ist perfekt dafür geeignet", so Rupp.

Stadt will den Zaun verschönern

Ob tatsächlich Künstler randürfen oder ob es noch eine andere Lösung gibt: Die Stadt will gegen die triste Optik jedenfalls etwas unternehmen. "Das wird nicht für zwei Jahre so ein greisliger, nackter Bretterzaun bleiben", heißt es. Denkbar sei zum Beispiel auch, dass man es den Läden aus dem Ruffinihaus, die wegen der Baustelle gerade ausquartiert sind, ermöglich, mit hübschen Werbeplakaten auf ihren Ausweichstandort hinzuweisen.

Beim für den Zaun zuständigen Baureferat versteht man die Aufregung indes nicht. Bei der Sanierung der Frauenkirche vor ein paar Jahren sei ein sehr ähnlicher Bauzaun aufgestellt worden – auch zwei Meter hoch, blickdicht und aus Holz. Da habe sich erstaunlicherweise aber niemand aufgeregt.

 

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