Globale Sinnkrise Kino-Kritik: So öde ist "Men in Black - International"

Tessa Thompson und Chris Hemsworth sind das neue Agentenduo. Foto: Sony Pictures

Tessa Thompson und Chris Hemsworth können im langweiligen "Men in Black: International" keinerlei Akzente setzen.

 

Die wahre Identität von Andy Warhol und seiner artifiziellen Factory aufdecken? Oder die Bekanntschaft mit einem dauerquasselnden, Zigarre rauchenden Mops machen? Im Universum der "Men in Black"-Filme schien alles möglich, vermischten sich auf gewitzte Art Science-Fiction und Realität.

Der letzte wie ein Finale wirkende dritte Teil ist sieben Jahre her, und bereits hier wirkten die Abenteuer der sich kabbelnden Alienjäger J (Will Smith) und K (Tommy Lee Jones) auserzählt. Doch in einer Zeit, in der auch in Hollywood jeder Dollar zweimal umgedreht wird, muss eine Fortsetzung entwickelt werden, oder wie bei "Men in Black: International" ein Spin-Off entstehen.

Men-in-Black-Spin-Off: Dümmlich dünne Geschichte

Konkret heißt das, dass dieser Ableger zwar in der Comic-Welt der "Men in Black" spielt, die beiden Anzugträger aber nicht mehr J und K heißen und auch der Regisseur Barry Sonnenfeld durch F. Gary Gray ("Straight Outta Compton") ersetzt wurde. Ein radikaler Neustart, der auf dem Papier mit seinem Globetrotter-Ansatz vielleicht Sinn macht, aber dank einer dümmlich-dünnen Geschichte um einen möglichen Maulwurf in der Londoner "Men in Black"-Filiale und der Hatz nach einer alles zerstörenden Waffe im Würfelformat nicht funktioniert. Erschwerend kommt hinzu, dass die beiden Neulinge Chris Hemsworth alias Agent H und Tessa Thompson alias Agent M Will Smith und Tommy Lee Jones nicht das Wasser reichen können. Die Wortgefechte zwischen dem lässigen Newcomer und dem knorrigen Grantler hatten Charme und spielten auch mit dem fehlenden Verständnis verschiedener Generationen. Nun aber tobt der wenig originelle Geschlechterkampf, was auch an der Rollenbeschreibung der Marvel gestählten Hauptdarsteller liegt.

Frauenschwarm Hemsworth variiert nur unwesentlich seine leicht prollige, etwas unterbelichtete und ziemlich arrogante Thor-Figur, während Thompson auf die gefühlskalte, intellektuell überlegene Karrierefrau festgelegt ist, die sich als Neuling in London erst ihre Sporen verdienen muss.

Jérôme Boateng darf mal wieder spielen

Dass die Chemie zwischen den Hauptdarsteller nicht stimmt, woran auch die drögen Dialoge schuld sind, scheint den Machern bewusst zu sein, sonst hätten sie nicht den geschwätzigen Samurai-Kobold und Möchtegern-Frauenrechtler Pawny dazwischengeschaltet. Auch die anderen Außerirdischen wie ein sprechender Bart waren schon origineller.

Bayern-Profi Jérôme Boateng darf in einem Mini-Auftritt nur er selbst sein, aber immerhin spielt er mal wieder irgendwo mit.


Kino: Münchner Freiheit, Gloria, Mathäser, Cinemax, Arri (alle auch 3D und OV), Royal (auch 3D), Cinema, Museum (OV / 3D OV) R: Gary Gray (USA, 114 Min.)

 

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