Gesellschafterstreit beim TSV 1860 Reisinger: Ismaik hielt sich nicht an abgemachtes Treffen

, aktualisiert am 23.11.2017 - 13:58 Uhr
Letztes Aufeinandertreffen: Löwen-Präsident Robert Reisinger (2. v. li., neben Finanzdirektor Michael Scharold) und Yahya Ismaik (3. v. li., neben Ex-Geschäftsführer Anthony Power) im Grünwalder Stadion. Foto: imago/MIS

Robert Reisinger verteidigt sich auf Facebook gegen ein Missverständnis. Er schiebe die Schuld für gescheiterte Annäherungsversuche nicht Investor Hasan Ismaik zu. Dennoch verrät der Präsident des TSV 1860 im Gespräch mit der AZ, dass ein geplantes Treffen wegen des Jordaniers nicht zustande kam.

 

München - Der Gesellschafterstreit beim TSV 1860 nimmt ungebremst wieder an Fahrt auf. Und bald ist auch noch Geschäftsführer Markus Fauser weg, jener Mann, der Monate lang für Ruhe - und Kompetenz - sorgte. Für Wirbel dagegen sorgte ein Vorstoß von Präsident Robert Reisinger ausgerechnet auf Facebook. Er vertritt schließlich den einen Gesellschafter, den Verein, der 51 Prozent der stimmberechtigten Aktien hält.

Reisinger von ARGE-Vertreter verteidigt

Reisinger sah sich zu einem Statement veranlasst, nachdem ein Zitat von ihm aus dem Regions-Fanklubtreffen der ARGE in Adelzhausen missverstanden worden war. Reisinger hatte unter anderem gesagt, dass Ismaik seine Handynummer und E-Mail-Adresse habe. Davor hatte er laut dem Regionsbeauftragten Jürgen Herdlitschka (der sich ebenfalls über Facebook äußerte) jedoch auch erzählt, dass er vergeblich versucht habe, über die Vertreter von Ismaik einen Gesprächstermin mit dem Investor zu bekommen.

Die AZ hakte beim Löwen-Boss nach. Dieser bekräftigte sein Bemühen, mit Ismaik Kontakt aufzunehmen. "Für August war ein Treffen mit Ismaiks Bruder Yahya angedacht. Das Treffen kam aber von Seiten Yahya Ismaiks nicht zustande. Seither war er meiner Kenntnis nach auch nicht mehr in München“, erzählte der Vereinspräsident.

Reisinger: "Totaler Unsinn"

Dass er die Verantwortung für eine Annäherung dem Jordanier zugeschoben habe, sei "totaler Unsinn. Das habe ich so nicht gesagt", erklärte er weiter. Den Vorwurf, dass er nicht auf Ismaik zugehen wolle, wies der Sechzig-Boss demnach entschieden von sich. Markant ist auch, dass Ismaiks "rechte Hand" Anthony Power seit Monaten in der Geschäftsstelle an der Grünwalder Straße weiterarbeitet und, ohne offizielle Erklärung des Vereins, neben Roland "Magic Kneißl" zum Co-Geschäftsführer der Merchandising GmbH geworden ist. Das half aber offenbar keineswegs weiter. Der Gesellschafterstreit bei 1860 – er geht wohl wieder von vorne los.

 

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