Geschäftsidee nach bierseligem Abend "Der Starnberger See braucht sein eigenes Bier"

Die Macher des Starnberger Bieres im Sudhaus: Die beiden Brauereigründer Florian Schuh (l.) und Karl Heinz Krawczyk (r.) mit Braumeister Sven Leindl. Foto: Starnberger Brauhaus GmbH

 Florian Schuh und sein Spezl Karl Heinz Krawczyk  haben eine eigene Brauerei gegründet. Der Bau ist fast fertig, ab Januar soll es losgehen

 

München/Starnberg - Diese Idee – wie sollte es anders sein – ist entstanden bei einer Halben Bier: Die beiden Starnberger Florian Schuh und Karl Heinz Krawczyk sitzen in einer Skihütte zusammen und fragen sich, warum es in ihrer Heimatregion keine eigene Brauerei mehr gibt. Sie malen sich aus, wie schön es wäre, mal wieder ein Bier aus der Heimat zu trinken und überlegen, wie das funktionieren könnte.

Und je länger sie darüber nachdenken, desto konkreter werden plötzlich die Pläne. Sie beschließen: Wir gründen unsere eigene Brauerei. „Der Grundstein für das Starnberger Brauhaus war gelegt“, erzählt Florian Schuh im Gespräch mit der AZ.

Besagter bierseliger Abend liegt jetzt rund zwei Jahre zurück. Mittlerweile steht in der Gemeinde Berg am Starnberger See ein fast fertiges Brauhaus. Im Januar wird die vollautomatische Brauanlage montiert. „Dann werden wir mit den ersten Probesuden starten“, sagt Schuh.

Gibt's in Bayern nicht schon genug Brauereien

Auf die Frage, wie denn das Starnberger Bier schmecken soll, sagt Schuh: „Es soll keines dieser modernen Craft-Biere sein, die nach Schokolade oder Himbeeren schmecken. Es soll ein gutes, süffiges, klassisches, bayerisches Bier sein.“

Gestartet wird im Starnberger Brauhaus mit einem normalen hellen Bier, dem Starnberger Hell, und dem Starnberger Spezial, ein naturtrübes Kellerbier. Beides soll im April auf den Markt kommen. Auch die Planungen für die Weißbierproduktion laufen bereits auf Hochtouren und ein Starkbier namens „Seenator“ soll ebenfalls gebraut werden. Die beiden frischgebackenen Brauereibesitzer haben also viel vor.

Und sie sind überzeugt, dass es funktionieren wird. Die Brauerei haben die beiden rein privat gegründet. „Wir haben keine Investoren“, erklärt Schuh.

Aber hat Bayern nicht schon genug Brauereien? Schuh lacht, als er diese Frage hört, und sagt: „Könnte man meinen, ja. Aber ich finde es schade, dass gerade viele bekannte Biere mit großem Namen gar nicht mehr wirklich hier bei uns gebraut werden.“ Und ein bisschen Risiko gehöre im Unternehmertum dazu. Mehr als 100 Jahre ist es her, dass am Starnberger See zum letzten Mal gebraut wurde. Umso mehr freut sich Schuh auf den Moment, wenn er die erste Flasche Starnberger Helles in Händen halten darf. „Diese Region hier ist so wunderschön, sie hat ihr eigenes Bier verdient.“

 

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