Geschäft bietet "Aufräumprämie" Endlich! Immer mehr Obikes verschwinden aus München

Die gelben Obikes kamen in München nicht besonders gut an. Foto: Bernhard Lackner/Djordje Matkovic/AZ

Obike und München - wahrlich keine Liebesgeschichte! Langsam aber sicher werden die gelben Drahtesel allerdings weniger. Private Firmen und Unternehmen haben die Räder eigenständig weggeräumt und teilweise weiterverwertet, ein Münchner Fahrradgeschäft hat sogar eine "Aufräumprämie" angeboten.

 

München - Es ist soweit! Nachdem Mitte letzten Jahres der deutsche Markt, darunter auch München, mit Billig-Rädern des asiatischen Leihradanbieters Obike überschwemmt wurde, scheint sich das Problem langsam zu lösen. Viele der größtenteils zerstörten und komplett fahruntauglichen Fahrräder des wirtschaftlich massiv angeschlagenen Unternehmens sind mittlerweile verschwunden.

Das Problem werde zusehens weniger, sagte der städtische Radverkehrsbeauftragte Florian Paul. Private Firmen und Unternehmen hätten die Räder eigenständig weggeräumt und teilweise weiterverwertet. Unter anderem hatte ein großes Münchner Fahrradgeschäft seinen Kunden eine "Aufräumprämie" von 100 Euro versprochen, wenn sie beim Kauf eines neuen Rads ein Obike abgeben. Rein rechtlich sei das Diebstahl, hieß von der Stadt. Man gehe aber nicht davon aus, dass sich Obike dagegen wehren werde. (Hier das AZ-Interview mit Radlbauer-Chef Thomas Böttner zu seiner Aufräumaktion)

Obike unerreichbar: "Haben seit einem halben Jahr nichts mehr gehört"

Die Stadtverwaltung muss mit ihrer angekündigten Räumung der verbleibenden Obikes noch wenige Wochen warten. Eine entsprechende Beseitigungsanordnung sei noch nicht rechtens, so Paul. Er rechnete damit, dass die Behörden im Dezember oder Januar die noch immer herumliegenden Räder wegräumen können. Zahlreiche gelbe Räder liegen zerstört in Parks oder auf den Gehsteigen der bayerischen Landeshauptstadt, manche hängen sogar in Bäumen. Jegliche Versuche der Stadt, Obike zu kontaktieren, waren zuletzt erfolglos geblieben. "Wir haben seit einem halben Jahr nichts mehr gehört", sagte Paul.

Obike war erst im vergangenen Jahr gegründet worden und bietet in mehreren europäischen Städten seine Leihräder an. Gründer Shi Yi hatte im Juli in einem Interview von wirtschaftlichen Schwierigkeiten gesprochen. Für Unruhe hatte auch die Insolvenz von Obike Singapur gesorgt. Auf die Geschäfte an anderen Standorten habe dies aber keine Auswirkungen, hatte der Anbieter im Juni erklärt.

 

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