Bike-Sharing oBike: Wo die gelb-grauen Fahrräder in München herkommen

Ein Startup aus Asien verteilt überall in der Stadt seine Leih-Räder. Sie werden allerdings auch schon in anderen Städten misstrauisch beäugt – unter anderem von Datenschützern.
| Linda Jessen
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Es gibt keine Station, die oBikes können überall abgestellt und gemietet werden. Wie's läuft, steht an jedem Radl extra erklärt.
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Nicht nur im Innenstadtgebiet, auch etwas außerhalb, wie hier in Großhesselohe säumen die Mieträder die Straßen.
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München - Plötzlich stehen sie auf der Donnersberger Brücke herum. Genauer gesagt: im Weg rum. Und auch an vielen anderen Orten in der Stadt, vor allem an und auf Radwegen, scheinen sich die gelb-grauen Radl über Nacht plötzlich materialisiert zu haben. Haben sie natürlich nicht, die Radl stammen vom singapurischen Start-up-Unternehmen oBike.

Per Handy-App soll man sich damit fix ein Fahrrad leihen können. Nach der Deutschen Bahn und der MVG sind die Asiaten die dritten Bikesharing-Anbieter in der Stadt, wie die Radl der Bahn haben sie keine festen Stationen, sondern können überall abgestellt und abgeholt werden.

Auch in Wien und Zürich standen sie auf einmal neben den Straßen

München ist nicht die einzige Stadt, die plötzlich von den Radln überflutet wird: Auch die Wiener und Züricher haben sich schon über die Leihradl gewundert. Die Begeisterung bleibt überschaubar, in der Schweizer Stadt beschwerten sich Anwohner, dass sie vor lauter oBikes ihre eigenen Fahrräder gar nicht mehr parken könnten. In einigen Orten haben die Bürgermeister schon Verbote augesprochen, in Zürich haben die Anbieter zumindest einen Teil der Räder wieder einsammeln müssen.

Die Regeln des Anbieters zum Abstellen der Räder sind eher freundliche Hinweise: an einem zum Radlparken geeigneten Ort halt – und bitte nicht auf Privatgrundstücken. Gegen die überall verstreuten Radl will die Firma angeblich jeden Abend vorgehen; dann würden die Räder immer eingesammelt.

Ob das passiert, darauf hat die Stadt keinen Einfluss. Florian Paul ist Radverkehrsbeauftragter der Stadt München und kennt das Problem: "Das Fahrrad ist auch kommerziell genutzt ein Allgemeingut. Solang jeder damit fahren kann, haben wir da keinerlei rechtliche Handhabe", erklärt er. Man sei also abhängig von gegenseitiger Kooperation.

GPS-Daten werden gespeichert - Datenschützer üben Kritik 

Allerdings gibt es noch weitere Kritik an dem Unternehmen aus Singapur. Denn neben Geld (ein Euro wird pro halber Stunde Radeln per Kreditkarte bezahlt) sammelt oBike auch fleißig die Bewegungsdaten des Kunden ein. Dabei bleibt unklar, wer hinter dem Anbieter steckt und wohin die gesammelten Daten am Ende wandern.

Als die Fernost-Radl Anfang August nach München kamen, waren es noch 350, inzwischen sind es schätzungsweise 1.650, bis Ende September sollen sie sich auf 2.000 vermehren. Die Bahn hat im Münchner Fuhrpark ihrer Konzerntochter "Call a Bike" derzeit 1.200 Räder, dazu kommen 1.200 der MVG, die noch auf 3.200 aufgestockt werden sollen.

Wie es sich auf den Leihrädern fährt, sehen Sie im Video.

Lesen Sie auch: Roller-Sharing - Auf roten Flitzern durch München

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