Germany's next Topmannschaft AZ-Analyse: Deshalb ist der EHC Red Bull München so stark

Auf historischer Triple-Mission: Der EHC Red Bull München mit Frank Mauer, Michael Wolf, Yannic Seidenberg, Danny aus den Birken, Jason Jaffray, Patrick Hager und Dominik Kahun (v.l.). Foto: Rauchensteiner/Augenklick, GEPA

Der EHC Red Bull München kann DEL-Geschichte schreiben und zum dritten Mal in Serie den Titel holen, das haben vor ihm nur die Eisbären Berlin geschafft - der Finalgegner. Eine Analyse der AZ.

München - Ruhm, Ehre, Geld, Bewunderung versprechen sie sich alle, die sich der Bildschirm-Demütigung durch Heidi Klum, die sich als Matrone der Nation geriert, und dann mit verkniffenem Mund darüber urteilt, ob irgendeine unbedarfte Schönheit das Zeug hat, um den Namen der Sendung entsprechend "Germany's next Topmodel" zu sein.

Im deutschen Eishockey findet zur Zeit eine ganz andere Auslese statt - eine, bei der nur die besten und stärksten überleben - Survival of the fittest. Echter Eishockey-Darwinismus. Im Finale dieser Saison hat es der Double-Meister EHC Red Bull München ab Freitag (19:30 Uhr, Sport1) am Oberwiesenfeld mit dem DEL-Rekord-Champion Eisbären Berlin zu tun. München will das erreichen, was bisher in der Liga-Historie nur zwei Teams gelungen ist - das Titel-Triple. Das schafften nur die Eisbären - in den Jahren 2011, 2012 und 2013 und Mannheim (1997-1999).

Der damalige Triple-Macher - Erfolgstrainer Don Jackson - kann nun die Münchner zur dritten Meisterschaft unter seiner Ägide führen und damit die Legende von "Germany's next Topmannschaft" vollenden.

Die AZ zeigt die Erfolgsgaranten auf, wer durch alle Castings - Hauptrunde, Viertelfinale, Halbfinale - mit Bestnoten durchgekommen ist.

1. Michael Wolf: Der ewige Wolf, der perfekte Kapitän, der in den Jungbrunnen gefallen ist. Seine 37 Jahre sieht man dem Allgäuer nie an. Er ist der unangefochtene Leader im Team. Auf dem Eis und in der Kabine. Er fightet in jeder Sekunde, ist immer noch schnell wie eine Rakete und nicht umsonst der beste Torjäger der DEL-Historie. Auch in den Playoffs hat er bereits sieben Tore erzielt. Ein Phänomen.

2. Dominik Kahun: Der Mann, über den Wolf sagt, dass er alle Rekorde in der DEL brechen kann, wenn er nur lang genug in der Liga bleibt. Wird er nicht, nach der Saison möchte er sein Glück in der NHL versuchen, aber dort will er mit dem nächsten Titel hin. Sein Antritt, seine Spielintelligenz, sein Blick für die Situation und die Mitspieler sind einzigartig. Kahun hat im Laufe der Saison Teamkollege und DEL-Topscorer Keith Aucoin als Spieldirigent abgelöst.

3. Danny aus den Birken: Der Goalie, als bester Torwart bei Olympia ausgezeichnet. Er ist mit nur 2,01 Gegentoren im Schnitt der effektivste Torhüter in den Playoffs, mit seiner Fangquote von 92,66 Prozent belegt er Rang zwei. Der 33-Jährige strahlt viel Ruhe aus, ist durch den Gewinn der Silbermedaille sehr gewachsen. Lässt noch zu viele Schüsse prallen, aber seine Vordermänner räumen auf.

4. Yannic Seidenberg: Was für eine Transformation. Vom Stürmer zum Abwehrspieler und gleich als Verteidiger des Jahres ausgezeichnet, holte er auch noch Silber bei Olympia. Spielt so, als wäre er immer Verteidiger gewesen, bringt dazu seine großartigen Offensivfähigkeiten ein. Seine öffnenden Pässe sind eine Augenweide, der 34-Jährige geht keinem (Zwei-)Kampf aus dem Weg. Extrem wichtig für den Spielaufbau und auch das Münchner Überzahlspiel.

5. Patrick Hager: Der Nationalstürmer spielt hart an der Grenze zur Illegalität, überschreitet diese selten. Zieht clever Strafen der Gegner, die sich zu dummen Aktionen hinreißen lassen. Ein Gifthaferl, das aber dabei die eigene Mannschaft fast nie schwächt. Harmoniert dazu grandios mit Wolf und Jason Jaffray in einer Sturmreihe.

6. Jason Jaffray: Seine Statistiken in der Saison (13 Tore, 16 Assists) sind kein Indikator für seinen Wert. Jaffray ist mit Wolf der Leader in der Kabine. Auf dem Eis geht der 36-Jährige dahin, wo es wehtut. Die Gegner haben großen Respekt vor seinen Fähigkeiten, aber auch seiner Härte, die er aber ganz anders einsetzt - nämlich klug und mannschaftsdienlich - als Raubein Steve Pinizzotto.

7. Frank Mauer: Der Nationalstürmer ist einer der schnellsten Spieler der Liga, wenn er mit Kahun und Mads Christensen wirbelt, können die Gegner nur hinterherschauen. Sechs Tore und fünf Vorlagen hat er auf seinem Playoff-Konto.

Der EHC hat eine Entourage, die wirklich das Zeug hat, "Germany's next Topmannschaft" zu sein und als Triple-Champion in die Annalen der DEL-Historie einzugehen.

 

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