Geplatzte Transfers FC Bayern: Wie Pep Guardiola die Münchner Bosse ärgerte

Mit vollem Einsatz dabei: Pep Guardiola, Trainer von Manchester City. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Thiago alleine kann es nicht richten und Abräumer Javi Martínez kämpft ständig mit Verletzungen: Das defensive Mittelfeld der Bayern ist mittlerweile eine Problemzone. Schuld daran ist auch Pep Guardiola.

 

München - Mit München hat Pep Guardiola seit seinem Abschied im Sommer 2016 nie abgeschlossen, das Appartement in der Nähe des Hauptbahnhofs besitzt er noch immer – und auch beim FC Bayern ist der Star-Trainer weiter hoch angesehen.

Was aber wohl kaum zu leugnen ist: Neue Münchner Freunde hat Guardiola in der Transferperiode 2019 nicht hinzugewonnen.

Sané-Deal wegen Guardiola geplatzt?

Im englischen Supercup zwischen Manchester City und dem FC Liverpool nominierte Pep kürzlich überraschend Leroy Sané (23) für die Startelf, Bayerns Wunschspieler auf der Außenbahn in der Ära nach Franck Ribéry und Arjen Robben. Dies war natürlich Guardiolas gutes Recht, schließlich steht Sané bis 2021 bei City unter Vertrag.

Doch Guardiola ignorierte bei seiner Entscheidung - Gerüchten zufolge - die Bitten seiner alten Bayern-Freunde, Sané aus Angst vor einer möglichen Verletzung doch lieber nicht einzusetzen. Prompt verdrehte sich Sané das Knie, er fällt mit einem Kreuzbandanriss nun mehrere Monate aus. Ob der Deal zwischen Bayern und dem Nationalspieler trotzdem zustande kommt, ist unklar.

Sané ist freilich nicht die einzige Personalie, bei der Guardiola die Bayern in dieser Wechselperiode ärgerte. Der Spanier Rodrigo (23) stand auch bei den Münchnern auf der Liste, letztlich entschied er sich aber für Pep und ManCity.

Rodrigo hat das, was dem FC Bayern fehlt

"Für mich gab es keine anderen Optionen mehr, als ich erfuhr, dass sich Manchester City für mich interessiert", erklärte Rodrigo: "In unserer Mannschaft spielen einige der besten Spieler – und natürlich ist da noch Pep Guardiola." Der Faktor Pep: Auch deshalb war Bayern chancenlos. Rodrigo wechselte für 70 Millionen Euro von Atlético Madrid zu City.

Und wer den Spanier am ersten Spieltag der Premier League gegen West Ham United (5:0) beobachtete, konnte erkennen, dass Rodrigo dieses Geld auch wert ist. Wie ein Feldherr bewegte sich der Neuzugang im Zentrum des Platzes. Rodrigo gewann mit seiner robusten Statur und Cleverness die Vielzahl seiner Zweikämpfe, zudem gefiel er mit technischer Klasse und Übersicht. Kurzum: Rodrigo ist der Prototyp des modernen Sechsers.

FC Bayern: Im Zentrum zwickt's

Beim FC Bayern hingegen zwickt's im defensiven Zentrum gewaltig. Im Supercup gegen Borussia Dortmund (0:2) wurde dem Münchner Trainer Niko Kovac vor Augen geführt, dass Thiago (28) die Sechser-Rolle im 4-3-3-System gegen konterstarke Teams nicht allein ausfüllen kann. Thiagos passender Partner wäre eigentlich Javi Martínez (30), doch beim Spanier streikt immer wieder der Körper – auch in diesen Wochen der Saisonvorbereitung.

Die erste Runde im DFB-Pokal bei Energie Cottbus (3:1) verpasste Martínez wegen Knieproblemen. Im Testspiel gegen Fenerbahce Istanbul vor zwei Wochen war der Mittelfeldabräumer aufs Knie gefallen. "Da gehen die Ärzte kein Risiko ein", sagte Kovac.

Zwar soll Martínez in wenigen Wochen wieder zum Kader gehören, doch selbst dann bleiben da noch Fragezeichen, ob Bayern im defensiven Mittelfeld auch wirklich gut genug besetzt ist. Vielleicht tut sich ja noch was.

Wechselt Roca doch noch nach München?

Die Münchner haben jedenfalls weiter Marc Roca (22) im Visier, den U21-Europameister aus Spanien. Allerdings will Espanyol Barcelona nicht von der festgeschriebenen Ablösesumme bei Roca abrücken – diese liegt bei 40 Millionen Euro. Zu viel für den FC Bayern. Noch.

Doch was ein herausragender Sechser ausmachen kann, zeigt gerade Rodrigo bei Manchester City. Coach Pep Guardiola wird's den Bayern sicher gern bestätigen.

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