Gegen Schweinfurt über die volle Distanz TSV 1860: Der lange Weg zurück von Löwen-Routinier Timo Gebhart

"Ich bin froh, dass ich ihn habe", sagt Trainer Bierofka über Timo Gebhart, der bislang aber fast nur zu Kurzeinsätzen kam. Foto: Augenblick/sampics

Vier Einsätze, 82 Minuten Spielzeit. So lautet die bisher spärliche Saisonbilanz in der 3. Liga von Sechzigs Rückkehrer Timo Gebhart. Was für eine Wohltat, dass er in Schweinfurt länger spielen durfte.

 

München - Beim 6:1-Erfolg des TSV 1860 bei Landesligist FT Schweinfurt in der ersten Runde des Toto-Pokals war es soweit: Gebhart feierte seinen ersten Einsatz im Löwen-Trikot über die volle Distanz.

Ein Jammer, dass der 30-Jährige und die Sechzger am Wochenende nicht im DFB-Pokal aufgelaufen waren, aber für den konnte man sich bekanntlich nicht qualifizieren. Somit musste der Landesligist herhalten, um ihm Spielpraxis zu verschaffen. "Ich bin froh, dass ich ihn habe", erklärte Trainer Daniel Bierofka schon vor dem Duell, für das er seinen Alpha-Löwen erstmals 90 Minuten lang vorgesehen hatte. Gebharts langsamer Weg zurück – und wohl seine letzte Chance, sein Können nochmal zu beweisen.

Durchwachsener Auftritt von Gebhart

"Ich will jeden Tag hart arbeiten, dass ich richtig fit werde und wir erfolgreich sein können", erklärte Gebhart kürzlich und gestand, dass er in seinen ersten Tagen und Wochen mit Ungeduld zu kämpfen hatte. Gegen den unterklassigen Gegner legte Gebhart einen mittelprächtigen Auftritt hin.

Positiv: sein Assist vor dem 2:0 durch Torjäger Markus Ziereis. Sein Quasi-Assist vor Ziereis‘ Freistoßtreffer zum 3:0, als Gebhart seine Gegenspieler wie Slalomstangen stehen ließ und nur durch ein Foul gebremst werden konnte. Und: Sein Fast-Treffer nach einem gefährlichen Abschluss von der Strafraumgrenze, der einigen Löwen-Fans schon den Torschrei entlockt hatte.

82 Minuten in der 3. Liga bisher

Negativ: Einige Fehlpässe und misslungene Aktionen zeugen davon, dass der einstige Bundesligaspieler noch längst nicht der Alte ist.

Münster, Braunschweig und Zwickau – in den ersten drei Saisonspielen des TSV hatte Trainer Daniel Bierofka den gebürtigen Memminger nur jeweils in der Schlussphase gebracht. Insgesamt 82 Minuten. "Was bringt es, ihn jetzt zu verheizen, und dann verletzt er sich? Wir brauchen bei Timo noch ein bisschen Geduld", bremst Bierofka die hohen Erwartungen. Bei der 0:4-Abreibung bei Aufsteiger Waldhof Mannheim bekam der Spielgestalter knapp 40 Minuten auf dem Platz. Die Partie war bei seiner Einwechslung aber bereits gelaufen.

Dressel muss seine Position wohl abgeben

Neben seiner Form muss Gebhart auch seine Position finden. "Timo gibt mir mehr Optionen. Er kann auf der Zehn, auf der Acht und auch ganz vorne spielen", erklärte Bierofka. Gebhart als Stoßstürmer? Eine unwahrscheinliche Variante des Mannes, der wohl hinter Spitze Sascha Mölders auflaufen wird. "Er kann auch neben Efkan Bekiroglu spielen", sagte Bierofka mit Verweis auf eine Doppel-Acht mit Gebhart und dem Deutsch-Türken. Youngster Dennis Dressel muss seine Position wohl abtreten, wenngleich der Junglöwe zuletzt einen guten Eindruck hinterlassen konnte.

Während der verletzungsanfällige Gebhart weiterhin versucht, in Schuss zu kommen, sucht Sechzig weiter nach Wegen, um noch einen Stürmer verpflichten zu können. Bierofka bekräftigte zuletzt, dass die Sechzger aus eigener Kraft keinen Angreifer holen könnten und auf Fremdfinanzierung angewiesen wären. Eine Frage lautet also: Kommt noch der benötigte Stürmer, um Routinier Sascha Mölders flankieren oder ersetzen zu können?

Und die andere: Findet Zehner Gebhart zurück zu alter Stärke, um Mölders, seinen Kollegen und einem möglichen Neulöwen die Bälle aufzulegen? Pokal-Spielpraxis gibt es schon bald wieder: Am 20. August treffen Gebhart und seine Sechzger auf den niederbayerischen Landesliga-Aufsteiger TV Aiglsbach (19 Uhr).

Lesen Sie hier: Prince Owusu will wohl keine erneute Leihe zum TSV 1860

 

7 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading