GAZtro Und Miss Hu lächelt

Hiss Hu wacht mit sanftem Blick über die Gäste der Färberbar. Foto: Daniel von Loeper

Die Färber-Bar im Glockenbachviertel folgt keinen schnellen Trends – und auch ihr Publikum ist geerdet.

 

Isarvorstadt - Dass sich das (Nacht-)Leben rund um den Gärtnerplatz in den letzten Jahren gehörig gewandelt hat, ist kein größeres Geheimnis. Einer, der den Wandel seit Jahren aus nächster Nähe und hinter den Tresen der Gegend verfolgt hat, ist Roland Färber. Der Betreiber der „Färberbar“ war schon in der Münchner Gastro-Szene aktiv, bevor die meisten der heutigen Amüsierwilligen das Wort Bar überhaupt lesen konnten.

Im April zog Färber mit seiner Bar von der Klenzestraße in die Corneliusstraße um und sein Konzept der erwachsenen Barkultur hat er auch dort weiter beibehalten.

Die „Färberbar“ ist keine Bar, die sich künstlich an irgendwelchen Trends bedient oder irgendwelchen Zeitgeistklischees folgt. Der Laden ist erwachsenen – genau wie sein Publikum. Yolo, Jutebeutel und Hipsterbart gibt es hier nicht, dafür einen schicken Laden, in dem besonders eine Dame auffällt. An der Wand gegenüber des Tresens hängt ein riesiges Bild einer sanft lächelnden Frau. Ihr Name ist Miss Hu. Das Bild hatte Färber schon immer gefallen und irgendwann schenkte es ihm eine Bekannte.

Das Kunstwerk passt vortrefflich in die Bar und man könnte meinen, dass Miss Hu ein wenig über die vorbeistreunenden Gruppen, die dem Rausch, Spaß und nächtlicher Erfüllung meist vergeblich hinterherjagen, belächelt. Für Anhänger einer hektischen Nacht ist die „Färberbar“ eher nichts. Dunkle Wände, warmes Licht, hölzerne Tische und natürlich Miss Hu geben dem Laden einen unaufgeregten und erwachsenen Charme.

„Mit 40 oder 45 geht man schließlich auch noch weg“, sagt Färber und tatsächlich: Das Publikum in seiner Bar ist schon seit ein paar Jahren nicht mehr Anfang zwanzig, aber gleichzeitig immer noch durstig und gewillt einen angenehmen Abend in einer Bar zu verbringen. Während draußen die Horden mit „Geh-, Steh-, Weg- und Isarbier“, wie es Färber so treffend nennt, ziellos durch die Nacht irren, gibt es in der „Färberbar“ Bier ganz gesittet aus dem Glas (0,3 l für 3 Euro). Die meisten Gäste greifen jedoch eher zu Cocktails und Longdrinks (zwischen 8,50 und 10,50 Euro).

Und während vor den großen Fenstern die nächste Horde Amüsierwilliger weiter auf der Suche nach dem ultimativen Abend ist, lächelt in der Färberbar Miss Hu ihnen einfach nur milde hinterher. Ausgehen wird im Alter entspannter. Diese Erkenntnis kommt jedoch erst mit den Jahren.

Corneliusstraße 34, Mittwoch und Donnerstag von 20 bis 2 Uhr, Freitag und Samstag 20 bis 3 Uhr, Telefon 201 807 13

 

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