gAZtro Stinkefrucht und Streetfood wie bei der Oma in Vietnam

Herrlich vietnamesisch: Cindy Tran mit Banh Mi. Foto: Jasmin Menrad

Im Chi Thu im Glockenbachviertel essen die Gäste (fast) wie in Vietnam. Die gAZtro-Kritik.

München - Für Touristen wurden die unterirdischen Gänge von Cu Chi nördlich von Saigon erweitert – damit die großen, dicken Westler ein Vietkong-Abenteuer ohne peinliches Feststecken erleben können. Ähnlich ist’s für die Münchner im Chi Thu, dem neuen vietnamesischen Streetfood-Laden im Glockenbachviertel.

Wie in Vietnam stehen hier kleine Höckerchen, auf denen Banh Mi und Pho Bo (9,90 Euro) gegessen werden. Nur sind die Schemel ein bisserl höher als in Vietnam. Auch der Suppenwagen, der im Lokal statt davor steht, ist nicht vollgerümpelt mit Reisschalen und Gemüse, sondern blitzsauber, wie sich das für München gehört.

Streetfood aus Saigon

Von diesen angenehmen Anpassungen abgesehen, darf sich der Gast wie in Saigon fühlen. Das Banh Mi, jenes fluffige Baguette, das es in Saigon alle paar Meter zu kaufen gibt, sollte man mit geröstetem und gerupftem Hühnerfleisch (6,90 Euro) probieren. Das ist eine Variante von der Großmutter, die Streetfood in Saigon verkauft hat. Dort wird Banh Mi nämlich mit Rindfleisch gegessen. Die Mayonnaise auf allen Semmeln ist buttrig und schmeckt nach Zitrone, dazu eingelegter Rettich, Gurkenstreifen und viele Kräuter.

In quietschbunten Plastikboxen sind die Servietten, die Gäste mit majoverschmierten Fingern herausziehen. Das Besteck ist so leicht wie jenes, das man in Asien bekommt, wenn man als Touri nach einer Gabel fragt. "Wir haben in Saigon eingekauft und große Teile unserer Einrichtung verschiffen lassen", sagt Chefin Cindy Tran.

Ihre Familie betreibt auch das Anh-Thu in der Kurfürstenstraße, das In-Lokal Cochinchina in der Kaiserstraße und das Cuchin in der Ismaninger Straße. Das Chi Thu hat zwar einen wunderschönen Nebenraum, bietet aber einfaches, bezahlbares Streetfood.

Auf der übersichtlichen Karte steht auch jene Stinkefrucht Durian, die im Trash-TV für Mutproben hergenommen wird: Als Klebereis mit Kokos (5,90 Euro) war das Gericht zuerst als Test auf der Karte. Und wurde so gut angenommen, dass die Durianfrucht dauerhaft stinken darf.

Wer danach einen vietnamesischen Eiskaffee (4,90 Euro) trinkt, wird feststellen, dass der Kaffee nicht so klebesüß ist wie in Saigon. Gut so. Denn schöner als im Chi Thu kann man die vietnamesische Küche nicht an den westlichen Geschmack anpassen.


Pestalozzistraße 16, täglich 11 Uhr bis 21:30 Uhr

Mehr gAZtro-Kritiken lesen Sie hier

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. null