GAZtro "Senatore" am Sendlinger Tor: Eine klassische Pizzatanzbar

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Die vorherrschende Farbe: Rot: Die vorherrschende Speise: Pizza. Foto: min

Die Jungen haben das "Alla Scala" am Sendlinger Tor übernommen, doch viel Schönes belassen.

 

Alles im neuen Senatore ist aus dem alten "Alla Scala": Die üppige Holzbar, die Samtvorhänge, die roten Tische. "Es ist nur viel weg", sagt David Hager. Der Fernseher im Eck, wo jetzt das DJ Pult steht, wurde ausgemistet. Guiseppe Senatore, 38 Jahre lang der Patrone im "Alla Scala", zeigte hier am liebsten Diashows mit Fotos von sich selbst.

Jetzt hat der Italiener das Zepter (auf einem roten Samtkissen vermutlich) an Staatsbar-Macher David Hager, Thomas Zufall vom München72 und Michael Dietzl vom Café am Hochhaus übergeben. Jahrelang hatte sich Zufall immer wieder mit Senatore wegen seiner Pizzeria getroffen, zuletzt ging es dem Kult-Gastronomen gesundheitlich immer schlechter. Schwerer Herzens gab er sein Lokal auf. Das neue Wirte-Trio huldigt den Italiener nicht nur, in dem es den Italo-Flair des plüschigen Etablissements übernommen hat, sondern auch mit dem Namen: "Senatore".

Aus "Alla Scala" wird "Senatore"

"Wir sind eine klassische Pizzatanzbar", sagt David Hager. Wer noch nie in einer klassischen Pizzatanzbar war, was angesichts der geringen Pizzatanzbardichte weltweit nicht verwunderlich wäre, dem sei es so erklärt: Ab 18 Uhr gibt’s Drinks und Pizza. Die tragen Namen italienischer Ikonen: Siffredi (11 Euro) nach Rocco, dem italienischen Porno-Hengst, mit Rum, Limette, Zucker, hausgemachtem Gurkensaft und Eiweiß aus einem Glas wie im Eiscafé Venezia oder die Pizza Claudia (10,50 Euro) mit Birne, Gorgonzola und hausgemachten Walnusspesto – benannt nach der Schauspielerin Claudia Cardinale.

Überhaupt sind die Pizzen nicht klassisch konzipiert, sondern mit Rosmarinschinken und Aprikosen oder Kartoffeln und Salsiccia. Doch der Teig ist knusprig und dünn, der Belag üppig und die Kreationen von Christian Ribitzki vom Hutong Club sind buonissimo. Das Publikum ist sehr weiblich, deshalb gibt’s den Teig auch mit Dinkelvollkornteig (1 Euro Zuschlag). Ob das Guiseppe Senatore schmeckt?

Um 22 Uhr geht der Pizzaofen aus und die Musik wird lauter. "Wir sind genrebreit aufgestellt – Soul, Electro, Disco, je nach DJ", sagt David Hager. Der 40 Quadratmeter Außenbereich hat bis 3 Uhr offen, drinnen wird mit Blick auf die Sendlinger-Tor-Baustelle und unter 1000 bunt bemalten Kitsch-Glühbirnen getanzt.


Sendlinger-Tor-Platz 5, Mo bis Do 18 bis 3 Uhr, Fr & Sa 18 bis 4 Uhr, So 18 bis 3 Uhr

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