gAZtro Neueröffnung: 25 Plätze Portugal im After Church

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Fatima Gonçalves in ihrem neuen Laden. Foto: Jasmin Menrad

Mit Ende 40 erfüllt sich Fatima Gonçalves Coenen einen Traum und eröffnet ein Lokal.

 

München - Ganze 19 Jahre war Fatima Gonçalves Coenen (48) Mutter und Ehefrau. Doch in der Münchnerin aus Portugal arbeitete es – es war nicht nur das Heimweh, sondern auch die große Lust, noch mal etwas Neues anzufangen.

Seit vier Wochen ist Coenen Gastgeberin in ihrem kleinen portugiesischen Lokal, dem After Church. "Der Name entstand während unseres letzten Portugal-Urlaubs, als mein Neffe geheiratet hat. Es war so wunderschön in der Kirche, dass ich mir dachte, wie will man das noch toppen. Dann war das Zusammensein nach der Kirche, das Essen und Reden und Tanzen noch viel schöner", sagt Coenen.

After Church: Ein gemütlicher Laden mit gemütlichem Tempo

Tanzen könnte schwierig werden in dem kleinen Lokal mit den 25 Plätzen drin und 20 Plätzen draußen. Eng beinander stehen die Holztische, umgeben von noch mehr Holz, von Weinkisten und Holzlampen mit sanftem Licht. Das After Church ist ein gemütlicher Laden und wer hierherkommt, passt sich dem gemütlichen Tempo der Gastgeberin an.

Als Vorspeise bekommen wir "Drei auf Eine für Zwei", drei selbst ausgewählte Vorspeisen von der Karte für 15 Euro. Die gegrillten Riesengarnelen machen fettige Finger wie im Urlaub, die Venusmuscheln kommen mit Koriander (den wir sehr mögen) und Zwiebeln in einer starken Weißweinsoße und das gegrillte Halb-Stubenküken wälzen wir in scharfer Chili-Soße.

Wenig fleischlose Gerichte

Die Gerichte sind sowohl aus dem Norden Portugals, wo der Koch herkommt, als auch aus dem Süden, wo Coenen in der Nähe von Lissabon aufgewachsen ist.

Viele Produkte wie die Lorbeerblätter ("Sie schmecken in Portugal intensiver", sagt Coenen) und den Weißweinessig bezieht sie aus ihrer Heimat. Einige Gerichte, wie den Fischeintopf mit Brot bietet sie nicht an, weil zu viel Authentizität die Gäste verschrecken könnte. Der schmeckt nämlich nicht jedem.

Die Karte ist für Vegetarier eine Herausforderung, die müssen sich an die Petiscos, die Häppchen, halten: panierte Grünbohnen mit Zitronen-Mayo (6 Euro) oder Quinoasalat (5 Euro) gehören zu den wenigen fleischfischlosen Gerichten.

Das Bitoque genannte flache Rindersteak (15 Euro) mutet deutsch an, denn es wird in Portugal mit Spiegelei, Pommes und einem farblosen Reis gegessen. Der Stockfisch aus dem Ofen (22 Euro) in Weißweinsauce dauert ein bisschen länger, entschädigt aber das Warten. Für die süßen Schweinereien sind die Portugiesen besonders bekannt, deshalb noch Mandelkuchen (5 Euro) und Eierpudding (5 Euro) hinterher. Am Ende des abends fühlt man Coenens Heimweh nach Portugal dann auch.

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