gAZtro L'Adresse 37: Wo die Küche zuerst "Allo" sagt

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Loïc Cantegrel in seinem Küchen-Atelier mit Fois Gras Terrine mit Butterbrioche und Schalottenconfit (l.) und Saiblingscarpaccio. Foto: Daniel von Loeper

Loïc Cantegrel ist Koch, Showmaster und Gastgeber in der offenen Küche vom L'Adresse 37.

 

Westend - Wenn Gäste das L'Adresse 37 im Westend betreten, sagt die Küche zuerst "Hallo". Beziehungsweise sagt "Allo", oder "Salut". Denn keine zwei Meter vom Eingang steht im L'Adresse Chef und Koch und Chefkoch Loïc Cantegrel mit seinem Team in einer offenen Küche und kocht lautstark.

Wie daheim bei Freunden können Gäste sogar am Küchentresen sitzen . "An der Bar ist der Cheftisch, ich entscheide, wer da sitzt", sagt Loïc (42), der seine Gäste auch mal probieren lässt und bereitwillig erklärt, was er in seiner Küche zubereitet. Vor allem aber reißt er Sprüche. "Ich provoziere die Menschen mit Humor", sagt er mit seinem wunderschönen Deutsch-Französisch. Fragt ein Gast: "Darf ich ein Wasser haben?", kann's sein, dass ihm Loïc zuruft: "Nein, zu gesund".

Genussvoll ist das, was der gebürtige Pariser, der zuvor mit seinem L'Adresse zehn Jahre im Franzoseneck in Haidhausen war, seinen Gästen täglich wechselnd anbietet. Zum Mittag schon sollen die Gäste am besten eineinhalb Stunden sitzen bleiben, alles vergessen und ein Drei-Gänge-Menü für 37 Euro essen - etwa mit geschmorter Jungbullenschulter mit Schoko-Rotweinsauce (22 Euro).

Abends serviert Loïc vier Gänge für 52 Euro: Da gibt's Feinheiten wie Saiblingscarpaccio , Melonenrettich, Salat, Gurke und Wasabi (15 Euro); Kalbsnieren, Salbei, Calvadossauce (24 Euro) und Mille-feuille Karamell, gesalzene Butter und Szechuanpfeffer (9 Euro). "Ich mache als Franzose das, was gerade in Frankreich modern ist." "Rustique Moderne" nennt er seine Verbindung von alter Schule und Moderne. Oder Néo Bistro Français. Viele der Gerichte werden mit der Sous-vide-Garmethode zubereitet.

Als ob's nicht reichen würde, dass Loïc Koch, Showmaster und Gastgeber ist , hat er ein paar Ideen in petto, die er im L'Adresse umsetzen möchte: Montags will er komplett das Licht auslassen und nur Kerzen anmachen. Irgendwann will er Blindmenüs für zwei anbieten, bei denen immer abwechselnd einer nichts sieht. Ein Eat-Dating stellt er sich auch witzig vor.

Nicht viel Humor hat er, wenn Gäste ihn nach Froschschenkel und Schnecken fragen. "Das ist ein Franzosenklischee und so 80s." Andere Franzosenklischees bedient er gerne, sagt "Allez Hopp" mit einem stummen H und macht allez opp mit seinem Küchentheater weiter.


Tulbeckstr. 9, Mo. bis Fr. 11.30 - 14.30, Mo. bis So. 18 - 00.30 Uhr. 089 622 32 119

 

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