gAZtro-Herzenslokal "Minh" in der Maxvorstadt: Curry ohne Klimbim

Im Minh gibt es günstige Asia-Küche (kleines Foto). Foto: lkr

Beim Asiaten "Minh" in der Amalienstraße ist die Zeit stehengeblieben – und das ist zur Abwechslung mal gut.

Maxvorstadt - Meine Tante Nina feierte jedes Jahr ihren Geburtstag bei "Tai Fat", dem einzigen Chinarestaurant im Ort. Es gab "Ente süß-sauer", Nudelsuppe und für meinen Onkel ein Schnitzel. Seit dieser Zeit habe ich ein Faible für Porzellan mit Lotusblütenmalerei und Tuschezeichnungen. Vermutlich ist das "Minh" in der Amalienstraße auch deshalb eines meiner Lieblingslokale.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Minh seit mehr als zehn Jahren seiner Linie treu geblieben ist. Renoviert wurde das Bistro, das dem Aufbau nach früher einmal eine verrauchte Eckkneipe gewesen sein könnte, allenfalls behutsam. Neue Stehtische standen irgendwann da, der Wandanstrich und die Toilette wurden erneuert. Schicken Asiazauber mit Tuk-Tuk im Foyer oder Bambushüttenverkleidung an der Decke gibt es ein paar Straßen weiter, genauso wie Tischdecken. Bei Minh sitzt der Gast – meist ohne Begleitung – auf kippeligen Kaffeehaussstühlen und schaut vom Tresen durch die Fenster auf die Amalienstraße. Sofern einmal nicht Baustellenfahrzeuge oder Lieferverkehr die Sicht versperren. Kein Anbandeln, einfach nur Essen.

Die Gerichte sind einfach immer gut

Warum die Gäste dennoch da sind? Weil die Bedienungen einfach unglaublich nett sind – nicht aufdringlich, aber zuvorkommend. Weil es Spaß macht, in trendloser Atmosphäre von einer eingeschweißten Karte zu bestellen. Und weil die Gerichte schmecken – nicht sternemäßig, aber immer gut. Bei Minh bekommt man preiswerte asiatische Küche zwischen gebratenen Nudeln (ab 5,50 Euro), rotem Thai-Curry mit Schwein (5,90 Euro) und Hühnerfleisch in Erdnuss-Soße (6,90 Euro).

Denn auch auf den derzeit durch die Münchner Gastro bummelnden Bánh-mì-Pho-Zug ist Minh nicht aufgesprungen. Dabei wäre das überhaupt nicht abwegig, schließlich stammen die Inhaber aus Vietnam. Gerichte aus ihrer Heimat, darunter natürlich auch traditionelle Suppen, bieten sie separat unter der Rubrik "Spezialitäten des Hauses" an. Die durchsichtigen Goi Cuon Bo (4,50 Euro) etwa, kalte Glücksrollen mit Rindfleisch und Salat gefüllt, sind eine perfekte Vorspeise zum Teilen. Danach gibt’s für mich immer ein Reis-mit-was-dazu-Gericht, oft die Ente in Mango-Soße (7,50 Euro).

Wer keine Lust auf Bistrozeit hat, der kann bei Minh telefonisch vorbestellen und das Essen abholen. Das ist bei den Maxvorstädtern aus dem Univiertel besonders beliebt, denn innerhalb von 15 Minuten ist meist alles fertig. Die Wünsche der Stammgäste hat Frau Minh im Kopf. Trotzdem fragt sie stets höflich: "Krupuk und Cola light?" "Ja!"

 

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