gAZtro-Herzenslokal Karteln, Musi, Essen: In diesem Hofbräu ist's noch möglich

Musikanten sind immer willkommen. Auch Daniel (r.) ist dabei. Foto: Julia Sextl

Die traditionelle Münchner Gaststätte stirbt langsam aber sicher aus. Ein paar davon gibt’s aber noch.

 

München - Ein Wirtshaus, in dem die Gäste noch Kartenspielen dürfen, wo sich alle paar Wochen ein Haufen Musikanten zum Spielen trifft, ja, wo manchmal sogar dazu getanzt wird – wo gibt’s denn so was?

Wo sind sie nur geblieben, all die alten, echt bayerischen Wirtshäuser, die innen ganz unspektakulär, aber gemütlich sind, die einem nicht das Geld aus der Tasche ziehen, aber ein richtig gutes Essen auf den Tisch stellen?

In Schwabing sind sie geblieben. Mindestens eins jedenfalls: das Hofbräu am Oberwiesenfeld, 1925 als Wirtschaft eröffnet, seit 1996 geführt von Martin Rupp, gelernter Kaufmann und Koch. Schon seine Eltern betrieben das Wirtshaus, in dem 1970 übrigens der Verein gegen betrügerisches Einschenken gegründet wurde, der jedes Jahr die Füllstände der Oktoberfest-Krüge anprangert.

Hofbräu am Oberwiesenfeld: Der beste Kaiserschmarrn Bayerns?

Auch heute noch sind etwa 90 Prozent der Gäste Stammpublikum. Monat für Monat treffen sich an der Hildeboldstraße etliche Stammtische, wie der vom Gewerbeaufsichtsamt oder die Schafkopfrunde von Ferdl, Antje, Günter, Rainer und Tom. Oder der Musikantenstammtisch, zu dem auch Thea und Susi ab und zu kommen, beide ebenfalls Musikerinnen – und Genießerinnen.

"Wenn in einer Wirtschaft der Vorspeisensalat serviert wird, ahnt man ja immer schon, wie’s Essen wird", sagt Susi, die sich ein Münchner Schnitzel mit Pommes und Salat (13,50 Euro, kl. Portion 10,50) bestellt hat. "Auf Suserls Münchner-Schnitzel-Index: Ganz oben!", sagt die 34-Jährige und lacht – sie ist von den Profikochkünsten ihres Vater übrigens recht verwöhnt. Dazu gibt’s einen Hofbräu-Maibock vom Fass (0,5l für 3,90 Euro). Wer’s lieber ohne Fleisch mag, bestellt zum Beispiel ein Steinpilzrisotto (11,80 Euro) mit Salat.

Unbedingt – wirklich unbedingt! – probieren sollte man den Kaiserschmarrn (9,50 Euro). So einen guten gibt’s sonst vielleicht in ganz Bayern nicht.

Hildeboldstraße 23/Ecke Winzererstraße, täglich 10 bis 24 Uhr, 30 32 86

 

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