GAZtro Anh Thu: Ruf und Realität

Com Chay Xao thap Cam: Jakobsmuschel, Garnelen, Rind- und Hühnerfleisch gebraten mit Gemüse auf knusprigem Reis im Tontopf. Foto: Daniel von Loeper

Manche Restaurants haben einen derart guten Ruf, dass man eigentlich kaum um einen Besuch herumkommt. So einen Ruf genießt das vietnamesische Restaurant Anh Thu in der Kurfürstenstraße.

 

Schwabing - Auf der Webseite des Restaurants ist zu lesen: „Wir versuchen immer unser Bestes zu geben und freuen uns, wenn wir Ihre Erwartungen erfüllen.“ Die Messlatte liegt hoch.

Beim Betreten des Lokals fällt auf, dass man im Anh Thu besser hätte reservieren sollen. Das Restaurant ist übervoll und quillt fast schon über. Es entsteht der Eindruck, dass die Betreiber noch ein paar zusätzliche Tische in den ihren Laden gestellt haben, um dem Andrang gerecht zu werden. Das macht das Lokal etwas unruhig und teilweise schwer passierbar.

Der Service macht an diesem Abend einen eher fahrigen Eindruck. Es passieren Dinge, die in keinem Restaurant passieren dürfen: Besteck wird vorne angefasst, der fast volle Vorspeisenteller wird kommentarlos abgeräumt und direkt durch den Hauptgang ersetzt.

Die Getränke lassen einige Zeit auf sich warten, was Zeit zum Überlegen lässt, ob ein Bier 4,50 Euro (Saigon Bier 0,3l) und ein Glas Riesling „Eins Zwei Dry“ wirklich 7,20 Euro kosten müssen. Nach längerem Warten kommen die Vorspeisen. Das Banh Tom (9,90 Euro), frittierte Shrimps und Süßkartoffeln, macht einen guten Eindruck, löst aber keine Euphorie aus. Deutlich besser ist die Pho Ga (8,90 Euro), allerdings nur dann, wenn das dazugehörige Töpfchen mit einer arg künstlich schmeckenden Chilisoße stehenbleibt.

Die Hauptgänge sind deutlich schneller am Tisch und auch hier bewegt sich die Qualität zwischen gut und Fragezeichen. Die Goi Cuon Chay (6,90 Euro), eine Art Sommerrolle, überzeugt mit einer würzigen Füllung aus Tofu und Gemüse, die prächtig mit den frischen Kräutern harmoniert.

Das Com Chay Xao Thap Cam für stolze 22,90 Euro ist kaum ein Spaß. Das Gericht besteht aus knusprigem Reis und einer uninspirierten Mischung aus Fisch und Fleisch. Da hilft auch die Präsentation auf einem Stövchen kaum weiter.

Warum das Anh Thu eigentlich einen so guten Ruf hat, lässt sich an diesem Abend nur schwer nachvollziehen. Wahrscheinlich war früher doch alles besser. Vielleicht ja auch wieder nächsten Mal.


Kurfürstenstr. 31, Montag bis Donnerstag von 11.30 bis 14.30 Uhr und von 18.00 bis 23.30 Uhr, Freitag bis Sonntag von 18.30 bis 23.30 Uhr

 

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