Garten zur Freiheit Biergarten der Verrücktheit

Der Garten zur Freiheit ist kein normaler Biergarten. Kastanien und Kiesboden sucht man dort vergebens. Dafür gibt es ein Planschbecken, in dem man seine Füße kühlen kann. Foto: Petra Schramek

Mit dem Garten zur Freiheit hat das Schlachthofviertel einen sympathisch verschrobenen Erlebnispark dazugewonnen.

 

Hartmut Senkel hatte schon so manche verwegene Idee: den Effnerplatz etwa wollte er alternativ zur Mae-West-Skulptur mit einer riesigen Lavalampe bebauen. Die Stadt lehnte mit Hinweis auf die Statik des Platzes jedoch ab. Auf anderem schwierigen Geläuf hat der gelernte Maschinenbauer jedoch erfolgreich seine Spuren hinterlassen.

Im Viehhof auf dem Schlachthofgelände hat Senkel ein Open-Air-Kino etabliert. Früher wurden dort Schweine und Kühe verkauft. Heute nimmt dort im September immer noch der Wiesn-Umzug Aufstellung. Beides hat den Untergrund derart verdichtet, dass oft schon ein kleiner Regenschauer reicht, um den Platz zu überschwemmen. Aber Senkel wäre nicht Senkel, wenn er sich davon hätte aufhalten lassen.

Seitdem Sickergruben den Platz schützen, kann man das 10000 Quadratmeter große Areal auch nach Regengüssen noch trockenen Fußes betreten – was nicht nur für die Cineasten erfreulich ist. Zum Kino gehört nämlich ein Biergarten, der auch ohne Eintrittskarte frei zugänglich ist.

Wer sich nun allerdings einen klassischen Biergarten mit Kastanien vorstellt, liegt damit falsch. Auf dem Gelände steht ein Zelt, in dem in Dauerschleife „Dick und Doof” läuft. Es gibt einen Gemüsegarten, in dem Kinder kostenlos Kräuter aus der Stadtgärtnerei einpflanzen können. Und immer wieder tuckert eine Bimmelbahn fröhlich rumpelnd über den Platz.

Das alles ist sympathisch verrückt. Wenn man Hartmut Senkel fragt, was das genau ist, dieser Garten zur Freiheit, dann sagt er, es sei der wohl authentischste Biergarten der Stadt. Das liegt daran, dass lokale Größen dort tatsächlich zu Helden gemacht werden.

Jahr lief als Auftaktfilm „Pumping Ercan”, eine Dokumentation über einen Bodybuilder aus dem Dreimühlenviertel. Heuer durfte sich das Schlachthofviertel in einem Film als „Der Bauch von München” präsentieren. Dazu gibt es ein Giesinger Plopp (3,40 Euro). Nur der Wein, der stammt im Garten zur Freiheit aus Franken. Senkel stammt aus Nürnberg. Und dieses kleine Zugeständnis musste er seiner alten Heimat einfach machen.

Tumblingerstraße 29, Mo. bis Do. 18-1 Uhr, Fr. 16-1 Uhr, Sa. und So. 14-1 Uhr, www.viehhof-kino.de, Tel. 64 94 360

 

1 Kommentar