"Fußball gehört ihnen nicht" FC Bayern: Rummenigge geht auf Konfrontationskurs mit den Ultras

Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge kritisiert die Forderungen der Ultras. (Archivbild) Foto: Roland Weihrauch/dpa

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge nimmt erneut die Ultras und auch Teile der organisierten Anhänger ins Visier: "Fans sind Teil des Fußballs, aber er gehört ihnen nicht." Die Reaktion kommt prompt.

 

München - Gong! Der Konflikt Karl-Heinz Rummenigge kontra Kurve geht in die nächste Runde. Entzündet hatte sich die Auseinandersetzung bereits vergangenen Februar während der Bundesliga-Partie des FC Bayern in Hoffenheim, als im Gästeblock der Münchner TSG-Mäzen Dietmar Hopp schwer beleidigt ("Hurensohn") wurde.

Rummenigge zeigte sich noch auf dem Spielfeld solidarisch mit Hopp, verurteilte die Schmähungen aufs Schärfste und kündigte Konsequenzen an. Der FC Bayern, so polterte er damals, habe an diesem Tag sein "hässliches Gesicht gezeigt".

Nun hat der Bayerns Vorstandsvorsitzender erneut die Ultras und auch Teile der restlichen Fanszene ins Visier genommen. "Wir sind jetzt leider angekommen an einem Punkt, an dem ich von den Ultras immer nur lese: Wir fordern dies, wir fordern das. Jetzt wollten sie Mitsprache bei der Debatte um die Verteilung der TV-Gelder", sagte Rummenigge der "Sport Bild".

Rummenigge findet Namen "Unser Fußball" anmaßend

Und weiter: "Aber wenn ich immer nur fordere, aber nie bereit bin, Pflichten und auch Verantwortung zu übernehmen, endet das in einer Einbahnstraße." Zuletzt hatten sich zahlreiche Fanszenen zum Bündnis "Unser Fußball" zusammengeschlossen und die Deutsche Fußball Liga DFL und den Deutschen Fußball-Bund DFB unter Zeitdruck gesetzt.

Dabei forderten die Fans die Einleitung konkreter Reformen und ein Handeln von Klubs und Verbänden vor dem Start der kommenden Saison. "Ich finde, der Name ist etwas anmaßend", sagte Rummenigge über "Unser Fußball". "Wem gehört der Fußball? Am ehesten noch denen, die ihn spielen – egal, auf welchem Niveau. Die Fans sind Teil des Fußballs, aber er gehört ihnen nicht."

Rummenigge-Attacke und der Konter der Fan-Szene

Die Antwort aus der Fanszene kam natürlich prompt: Die Aussage zeige, "dass Karl-Heinz Rummenigge nichts verstanden hat", sagte der Sprecher der Initiative, Jan-Henrik Gruszecki. "Die Fanklubs, die unterschrieben haben, sagen, so würden wir unseren Fußball definieren", erklärte er weiter: „Wir sagen nicht, 'uns gehört der Fußball'. Wenn jemand sagt, 'wir müssen unseren Planeten retten', impliziert das ja auch nicht, dass demjenigen selbst der Planet gehört."

Eine Erklärung der Initiative hatten nach eigenen Angaben mit Stand Mittwochvormittag mehr als 2.300 Fanklubs und -Gruppierungen sowie über 12.000 Einzelpersonen unterzeichnet. "Fußballfans geben sehr viel – vor allem Zeit und Leidenschaft, alles das, was den Fußball zu mehr macht als nur zu einem Sport", sagte Gruszecki und betonte abschließend noch: "Wer das macht, der darf auch durchaus mal auf Dinge aufmerksam machen."

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