Frust und Lust Verrücktes 4:4 zwischen Mainz und Hoffenheim

Erzielte das vielumjubelte 4:4 für Hoffenheim: Adam Szalai. Foto: dpa

Ein rauschendes Torfestival von Mainz und Hoffenheim ist beste Werbung für die Bundesliga. Die Mainzer geben beim spektakulären 4:4 einen Drei-Tore-Vorsprung noch aus der Hand.

 

Mainz - Gefühlstaumel auf beiden Seiten, Frust und Lust ganz nah beieinander: Mit einer unglaublichen Aufholjagd hat 1899 Hoffenheim dem FSV Mainz 05 die Generalprobe für den ersten Auftritt in der Gruppenphase der Europa League verdorben. 4:1 führten die Mainzer am Sonntag, ehe die Gäste aus dem Kraichgau nach einem Platzverweis für den Mainzer Gaetan Bussmann noch zum 4:4 ausglichen.

VERLUSTANGST
Für Martin Schmidt war trotz der 4:1-Führung zur Pause der Sieg längst nicht klar. "Das Ding ist noch nicht durch", sagte der Mainzer Trainer seiner Mannschaft und spürte die Verunsicherung. "Wir hatten etwas zu verlieren, waren nicht frei im Kopf." Der Platzverweis für Gaetan Bussmann war der Wendepunkt in einem irren Spiel. "Mit elf gegen elf hätten wir gewonnen", sagte Schmidt, gab aber dem Schiedsrichter keine Schuld. "Er hat ja nicht die Tore erzielt, da waren wir selbst für verantwortlich", sagte der Coach.

MORAL
Eine solch schwache erste Halbzeit wollten die Hoffenheimer nach der lauten Kabinenpredigt von Trainer Julian Nagelsmann nicht auf sich sitzen lassen. "Wir hatten ja nichts mehr zu verlieren", sagte der zweifache Torschütze Mark Uth. "Das Spiel gibt Auftrieb. Aber wenn du auswärts vier Tore machst, musst du gewinnen", meinte Sandro Wagner, der den ersten Treffer für 1899 erzielte. Grund zum Jubel hatte besonders der Ex-Mainzer Adam Szalai. Der oft geschmähte und eigentlich längst abgeschriebene Ungar traf zum 4:4 (84.).

KONTROLLVERLUST
Mainz verlor nach der Führung durch Pablo De Blasis (3., 23.), Jhon Cordoba (27.) und Levin Öztunali (43.) und dem Bussmann-Rot (57.) die defensive Ordnung. Eine Stunde lang brillierten die Mainzer. Hängen bleiben die letzten 30 Minuten und belasten die Vorbereitung auf die Partie in der Europa League am Donnerstag gegen AS Saint-Étienne. "Es fehlt noch ein bisschen was", sagte Mittelfeldspieler Fabian Frei, der wie sein Nebenmann Jean-Philipp Gbamin unterging im Hoffenheimer Angriffswirbel.

SERIEN
So sehenswert die Partie auch war, die Serien beider Teams in Spielen am Sonntag bleiben bestehen. Für die Hoffenheimer war es bereits die elfte Sonntagspartie, die sie nicht gewonnen haben. Für Mainz war das 4:4 die fünfte Begegnung ohne Dreier am Sonntag. Der eine Punkt reicht Mainz immerhin, um auch im 240. Spiel in Serie nicht auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen zu sein.

 

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