Frühlingsfest in München Krätz verliert Andechser: Frauen legen im Hippodrom los

Er verliert das Hippdrom: Oktoberfest-Wirt Sepp Krätz Foto: dpa/Schramek

Das KVR hat Sepp Krätz die Konzession für den Andechser entzogen. Bis Juni muss ein Nachfolger gefunden werden. Seine Frühlingsfest-Nachfolger, Frau und Schwester, stehen in den Startlöchern

 

München - Bis 1. Juni hat Sepp Krätz Zeit, das Andechser zu räumen – gestern hat ihm das Kreisverwaltungsreferat die Konzession entzogen. „Wir gehen davon aus, dass das Landratsamt ähnlich verfahren wird, denn auch hier geht es um die Zuverlässigkeit von Herrn Krätz“, sagt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle.

Schlechte, aber zu erwartende Nachrichten für den Wirt – während sich seine Schwester und seine Frau am Frühlingsfest als die neuen Wirtinnen des kleinen Hippodroms präsentieren.

Johanna Barsy erinnert sehr an ihren Bruder, wenn sie lacht. Lachend prostet sie sich mit der Frau ihres Bruders, Tina Krätz, vor der Miniatur-Bavaria am Hippodrom-Eingang zu, für die Fotografen.
Hier werden die beiden ab Samstag die Geschäfte von Sepp Krätz weiterführen, „zum fünften Mal sind wir mit dem Hippodrom auf dem Frühlingsfest“, sagt Tina Krätz. Sie ist die ruhigere, zurückhaltendere von beiden, aber nicht weniger bestimmt als ihre Schwägerin. Überlegter in dem, was sie sagt, die Schwägerin kontert schlagfertig.

Dass ihre Übernahme des Geschäfts in München für Gerede sorgt: „Es gilt ja keine Sippenhaft“, sagt Johanna Barsy. „Business must go on!“

Das Geschäft muss weitergehen, und das tut es. „Wir sind uns sicher, dass wir das toll machen“, sagt Tina Krätz und bekommt Rückendeckung von Edmund Radlinger, Vorstand vom Münchner Schaustellerverein: „Sie haben das Können und das Know-How, ich bin froh, dass das Hippodrom in guten Händen ist.“

Von einem Gschmäckle, dem die Übernahme anhaftet, ist die Rede nicht. Fernhalten vom Betrieb wird sich Sepp Krätz auch nicht, „er wird schon immer mal wieder da sein“, sagt seine Schwester.
Das leuchtet praktisch gesehen ein, schließlich kennt er sich aus – auch wenn der weibliche Teil der Familie nicht müde wird, auf die eigene Erfahrung zu pochen: Tina Krätz hilft schon lang in den Betrieben des Mannes und ist außerdem die Tochter von Artur Fichtel, einst Wirt im Hacker-Zelt auf der Wiesn. Johanna Barsy führt unter anderem das Ausflugslokal „Forst Kasten“ bei Gauting.
Ob sie sich jetzt auch am Andechser und der Wawi versuchen? Zunächst einmal fällt am Montag die Entscheidung des Stadtrats, was das Hippodrom auf dem Oktoberfest angeht – auch hier sind die Krätz-Frauen im Gespräch.

„Warten wir den Montag ab“, sagt Tina Krätz. Und Johanna Barsy meint: „Uns ist das durchaus zuzutrauen. Und der Frauenquote auf der Wiesn tät’s auch gut!“ Was das Finanzielle angeht, hat Barsy einen besseren Hintergrund als ihr Bruder, gelernter Metzgermeister: Sie ist Betriebswirtin.

 

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