Freitag ein Freutag? EHC München rätselt und sucht die Essenz

Bremerhaven jubelt – der EHC ist frustriert: Die Münchner Auftaktpleite am Mittwochabend in eigener Halle. Foto: GEPA pictures/ho

Nach der überraschendem Heimpleite zum Auftakt der Serie gegen Bremerhaven hat der EHC Red Bull München am Freitag die Chance zur Revanche. "Wir haben nicht in jeder Phase echtes Playoff-Eishockey gezeigt."

München - Es war die Nacht der langen Gesichter beim EHC Red Bull München. Der Double-Meister, der nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass alles andere als das Titel-Triple eine Enttäuschung wäre, konnte sein Unglück nicht recht fassen.

2:0 geführt, den Gegner Bremerhaven in Spiel eins dieser Viertelfinal-Serie ein Drittel lang regelrecht an die Wand gespielt – und am Ende schlich man doch in heimischer Halle als Sensationsverlierer vom Eis. 3:4 nach Verlängerung. "Lange Zeit gab es viel Druck von München, da hat uns unser Torwart Tomas Pöpperle im Spiel gehalten", sagte Bremerhaven-Coach Thomas Popiesch. "Dann ist uns ein dreckiges Tor gelungen und wir sind besser reingekommen. Ich bin froh, dass wir in der Verlängerung gewonnen haben. Wir sind wahnsinnig stolz darauf."

Stolz auf der einen, Frust auf der anderen Seite. "Das war extrem bitter", sagte Stürmer Maximilian Kastner, "unser einziges Manko war, das wir unsere Chancen nicht genutzt haben." Unglaube, Unverständnis spiegelte sich in den Antlitzen des EHCler wieder. "Ich weiß selber nicht genau, was in dieser Partie passiert ist", sagte Nationalverteidiger Daryl Boyle, einer der glorreichen Sieben des EHC, die bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille gewinnen konnten.

Dritte EHC-Heimpleite in Serie wirft Fragen auf

Und er fügte hinzu: "Ich bin der Meinung, dass wir eigentlich solide gespielt haben. Nach dem ersten Drittel hätten wir locker 4:0 führen können. Wir haben dann ein paar Fehler gemacht, die haben uns am Ende das Spiel, den Sieg gekostet. Aber wenn wir so weiterspielen, ist mir nicht bange."

Trotzdem: Die dritte Heimniederlage in Serie für den EHC wirft Fragen auf. Ein solches Spiel, bei dem man durch Frank Mauer und Michael Wolf nach elf Minuten bereits 2:0 führt, bei dem man durch den 3:3-Ausgleich (wieder durch Mauer) in der Schlussminute eigentlich das berühmte Momentum wieder auf seine Seite zwingt, darf man nicht verlieren.

Dabei hatte Trainer Don Jackson doch vor dem Beginn der Viertelfinal-Serie erklärt, dass der große Vorteil seiner Mannschaft die Erfahrung sei, dass man eben wisse, "wie man Spiele und Meisterschaften gewinnt". Die Erfahrung war da, doch der letzte Biss, er fehlte nach dem ersten Drittel.

EHC-Coach Jackson: "Wir müssen weiter vier Partien gewinnen"

"Wir haben zu viele Fehler gemacht, wir haben extrem viele Torchancen liegen lassen", sagte Jackson, "aber es ist nur ein Spiel, eine Niederlage. Wir müssen weiter vier Partien gewinnen, daran hat sich nichts geändert." Der EHC reiste bereits am Donnerstag nach Bremerhaven an. Dort steigt am Freitag (19:30 Uhr), dann Spiel zwei der Serie.

Nur Stürmer Jon Matsumoto blieb bis Freitag in München, er war am Mittwoch Vater geworden. Ob Dominik Kahun, der nach einem üblen Stockschlag verletzt vom Eis musste, in Bremerhaven spielen kann, ist noch offen.

EHC-Coach Jackson: "Will keine Entschuldigungen suchen"

Jackson haderte mit den Entscheidungen des Schiedsrichters, etwa der Strafe gegen Goalie Danny aus den Birken, der nach Auffassung des Referees das Tor absichtlich verschoben haben soll. Die Überzahl führte zu einem Bremerhavener Tor. "Diese Strafe war ein totaler Witz", echauffierte sich Jackson. 

"Darüber müssen wir reden. Und auch die Situation mit Kahun war unglücklich. Der Schiedsrichter fragt unseren Arzt, ob Dominik verletzt ist und er daher eine große Strafe geben muss. Der Doc sagt wahrheitsgemäß, dass er es nicht weiß. In Zukunft muss man halt immer sagen, dass eine Verletzung vorliegt. Aber ich will keine Entschuldigungen suchen, wir müssen besser spielen, das ist die Essenz des Ganzen. Wir müssen physischer sein, wir müssen es mehr wollen. Wir haben nicht in jeder Phase echtes Playoff-Eishockey gezeigt."

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