Angeklagter schweigt Doppelmord von Petershausen: Motiv Frauenhass?

Anklage wegen Doppelmord: Frank H. im Gespräch mit seinem Anwalt Christian Bärnreuther. Foto: Sigi Müller

Frank H. (54) will aus einem "Drang nach Zärtlichkeit" gehandelt haben. Die Anklägerin spricht zu Prozessbeginn stattdessen von ausgeprägten Fantasien, Frauen Gewalt anzutun.

 

München - Dunkelkariertes Hemd, dünne Brille, schlanke Figur, schütteres Haar: Der in sich zusammengesunkene Mann auf der Anklagebank wirkt brav, unscheinbar. Doch dem 54-Jährigen wird Ungeheuerliches vorgeworfen. Zwei 40-jährige Frauen habe er im Februar 2018 in seiner Petershauser Wohnung erdrosselt und erwürgt, sich danach an ihren Leichen vergangen.

Mit geschlossenen Augen hört sich Frank H. an, was die Ermittler gegen ihn zusammengetragen haben. Immer wieder schüttelt er dabei leicht den Kopf. Stimmt da was nicht? Oder kann er nicht fassen, was er getan haben soll?

Die Staatsanwaltschaft hält ihn für gefährlich, will ihn in der Psychiatrie unterbringen. Frank H. leide unter anderem an schwersten Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, bei ihm habe sich ein sexueller Sadismus entwickelt. Das sei auch das Motiv für die Tat gewesen. Der Mann habe eine dominante Mutter gehabt und deswegen "ein gestörtes Verhältnis zu Frauen".

Frank H.: An Frauenleichen sexuell vergangen?

Staatsanwältin Ines Wiesner spricht von einer "ausgeprägten Wut auf Frauen" und "ausgeprägten Fantasien, Frauen Gewalt anzutun". Am 10. Februar 2018 soll aus den Fantasien grausame Wirklichkeit geworden sein. Laut Anklage hat Frank H. die Frauen zum Faschingfeiern in seine Petershauser Wohnung gelockt, dort mit Medikamenten in einem Nusslikör betäubt und, als ihn eine der beiden bei seinen Annäherungsversuchen erneut abblitzen ließ, getötet.

Danach habe er die toten Frauen ans Bett gefesselt und sich an den Leichen sexuell vergangen. Zwei Tage später meldete die Mutter eines Opfers ihre Tochter als vermisst. Der Name von Frank H. fiel, die Polizei klingelte an seiner Haustür. Doch der Mann machte nicht auf.

Ein Schlüsseldienst öffnete die Tür und die Beamten fanden die Leichen und Frank H. wie er mit einem Strick um den Hals vor einem Bett kniete. Auf der Fahrt zum Krankenhaus erklärte Frank H. einem jungen Polizisten, dass er aus einem großen "Drang nach Zärtlichkeit“ gehandelt habe.

Tatverdächtiger Frank H.: Motiv Frauenhass?

Zur Tat habe der Mann ansonsten nicht viel gesagt, berichtet der Beamte, sondern mehr über eigene Angstzustände und Depressionen geredet. Zu den Anklagepunkten will sich Frank H. am Dienstag selber nicht äußern. Sein Verteidiger Christian Bärnreuther verweist stattdessen auf den psychiatrischen Gutachter. Dem habe sein Mandant ja bereits ausführlich Auskunft gegeben. Hinter verschlossenen Türen wird dieser dann angehört.

Was er mit seinen Opfern getan haben soll, ist kaum wiederzugeben. Er soll ihnen eigens dafür gekaufte Kleider angezogen haben, bevor er sich an ihnen verging - vor und nach ihrem Tod. Die Anklage lautet auf Mord, Vergewaltigung und Störung der Totenruhe.

Lesen Sie auch: Münchner (64) verkauft Drogen an Minderjährige - Bewährungsstrafe

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading