Flughafen München In der Heimat verfolgt: Homosexuelle Jamaikaner beantragen Asyl

Beinahe täglich landen am Münchner Flughafen Reisende bei der Bundespolizei und bitten um Asyl. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Foto: Bundespolizei

Am Donnerstag landete ein Flug aus Punta Cana (Dominikanische Republik) in München. An Bord waren zwei Jamaikaner, die laut Ticket eigentlich über Istanbul bis nach Johannesburg hätten weiterfliegen können. Doch tatsächlich war Deutschland das Ziel ihrer Reise, um hier Asyl zu beantragen.

 

München - Die beiden Jamaikaner (22 und 23 Jahre alt), gingen direkt nach der Landung in München geradewegs zur Bundespolizei und erklärten den Beamten, dass sie in ihrer karibischen Heimat um ihre Sicherheit, gar um Ihr Leben fürchten müssen. Als Homosexuelle würden sie in ihrer Heimat Jamaika nicht nur verbalen sondern auch körperlichen Angriffen ausgesetzt, würden von der Bevölkerung unter Druck gesetzt und mit dem Tode bedroht.

Beide führten zum Beweis sogar Krankenakten aus Ihrer Heimat mit, die Verletzungen physischer und psychischer Natur dokumentieren, die offenbar von den geschilderten Erlebnissen herrühren. Der 22-Jährige zeigte den Beamten Narben, die seiner Aussage nach von Übergriffen schwulenfeindlicher Gruppen stammen. Der 23-Jährige erzählte, dass er seinen Job als Automechaniker verloren habe, als sein Chef herausgefunden habe, dass er Männer mag.

Davor wollten die beiden Männer in Deutschland Schutz suchen, sich endlich sicher fühlen und ihr eigenes Leben leben können. Sobald die Dinge in Jamaika sich beruhigt hätten, wollten sie auch wieder in die Heimat zurückkehren.

Die Bundesbeamten leiteten die Verfolgten am Abend an die Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge der Stadt München weiter. Dort werden sich die zuständigen Beamten um die jungen Männer und ihre Asylanträge kümmern.

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