Flüchtling ertrunken Lerchenauer See: Gaffer behindert Retter

Rettungskräfte suchen mit Hilfe eines Tauchers im Lerchenauer See nach dem 22-Jährigen. Foto: Feuerwehr

Ein Mann filmt so lange die Reanimation eines bewusstlosen Badegasts, bis die Polizei sein Handy beschlagnahmt.

 

Lerchenau – Dramatische Momente am Lerchenauer See. Ein 22-Jähriger aus Nigeria war am Samstagabend beim Baden in der Nähe des Südufers untergegangen. Freunde riefen den Rettungsdienst. Wasserwacht, Feuerwehrtaucher und zwei Hubschrauber suchten nach dem Vermissten. Nach etwa 20 Minuten fanden Helfer den Mann nur etwa acht Meter vom Ufer entfernt in vier Metern Tiefe. Ein Notarztteam begann mit der Reanimation.

Schaulustige beobachteten die Rettungsmaßnahmen. Ein Mann fiel dabei besonders unangenehm auf. Er filmte mit dem Handy, wie die Retter um das Leben des jungen Flüchtlings kämpften.

Polizisten konfiszierten das Handy des Gaffers

Dabei tauchte der Gaffer unter dem Absperrband durch, um noch näher ans Geschehen heranzukommen. Als Polizisten ihn baten, zu gehen, weigerte er sich. Die Beamten nahmen ihm das Handy ab.

Das Telefon bekommt er erst zurück, wenn er sich bei der Polizei meldet. Dann erhält der Mann eine Anzeige wegen „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“. Laut Paragraf 201 a StGB drohrn ihm eine Geldstrafe, im schlimmsten Fall bis zu zwei Jahre Haft.

Tragisch: Der Flüchtling starb trotz zunächst erfolgreicher Reanimation wenig später im Krankenhaus.