Fleischeslust der Wiesn-Besucher Vegetarier-Demo auf der Wiesn

Eine Kellnerin bringt am 24.09.2012 beim 179. Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese in München (Bayern) Hendl zu den Gästen. Foto: dpa

Jedes Jahr lassen unzählige Tiere für das Oktoberfest ihr Leben. Vegetarier fordern: Schluss damit. Wirtesprecher Roiderer hält dagegen: „Fleisch ist mein Gemüse.“

 

München – Rund eine halbe Million Hendl lassen allein für das Münchner Oktoberfest jedes Jahr ihr Leben. Auch Ochsen und anderen Tieren geht es in diesen beiden Wochen an den Kragen – ein Grund für Vegetarier und Veganer, sich über die Fleischeslust der Wiesn-Besucher zu empören. Tierrechtler demonstrieren an diesem Samstag auf dem Münchner Marienplatz.

Mehrere hundert Aktivisten aus ganz Deutschland werden erwartet. Unter dem Motto „Wiesn Meat Out“ haben sich erstmals Tierrechtsbewegungen zusammengeschlossen, um die feiernden Fleischesser wachzurütteln. „Auf dem Oktoberfest wird rücksichtslos konsumiert“, sagte Mitinitiatorin Julia Mandoki von Animals United am Freitag. Die Wiesn-Organisatoren hielten dagegen: „Wir haben 20 Bio-Anbieter, die uns Produkte liefern vom Hendl bis zur Bratwurst“, sagt Wiesn-Sprecherin Astrid Ganssen.

Mit der Anti-Fleisch-Demo kurz vor dem Weltvegetariertag an diesem Montag sollen Oktoberfest-Besucher zum Umdenken angeregt werden. „Man kann Traditionen und Feiern auch ohne Tierleiden erleben“, sagte Mandoki. Vor einer Woche hatte auf dem Münchner Marienplatz das erste vegane Oktoberfest Deutschlands mit rund 600 Besuchern stattgefunden. Zum Vergleich: Zum größten Volksfest der Welt kommen jedes Jahr rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt.

„Wo Bio geht, ist Bio schön“, sagt Wirtesprecher Toni Roiderer. Er beziehe als Wirt des Hacker-Zeltes „Himmel der Bayern“ seine Produkte aus der Region. Ansonsten hatte Roiderer den Vegetariern folgendes zu sagen: „Fleisch ist mein Gemüse. Ich komme aus einer Metzgerfamilie und mein Vater hat schon immer gesagt: Bua, Fleisch ist das beste Gemüse.“ Wer kein Fleisch essen wolle, werde ja nicht dazu gezwungen. Außerdem: „Ich mische mich ja auch nicht, wenn die Vegetarier dem Vieh das Futter wegessen.“

 

8 Kommentare