Finale der Freizeitkicker Die Titelverteidiger!

So sehen Sieger aus: Die Mannschaft des 1. FC Real Hinterbrühl, Gewinner von 2012, feiert ihren erneuten Erfolg. Foto: Gregor Feindt

Nach 1988 und 2012 holt der 1. FC Real Hinterbrühl zum dritten Mal den AZ-Pokal. Die kampfstarken Außenseiter Munich Kickers sorgen für ein hochklassiges und packendes Spiel.

 

München - Der weiße Brasilianer. So nennt die Mannschaft von Real Hinterbrühl ehrfurchtsvoll ihren Spieler Jürgen Hernadi - und weil Jürgen so unbrasilianisch klingt, haben sie ihm noch den Beinamen "Nando" verpasst. In der 73. Minute zeigt er, dass das kein Witz ist.

Der 33-jährige "Senior Business Development Manager" holt sich den Ball an der Mittellinie, tanzt drei, vier, fünf, sechs, sieben Spieler der Munich Kickers aus und schiebt ein - ins lange Eck, lässig seitwärts fallend.

Es ist das 4:1 für Real Hinterbrühl. Und die Entscheidung.

Die Gewinner von 2012 sind auch die Gewinner von 2013. "Ti-tel-verteidiger! Ti-tel-verteidiger! Ti-tel-verteidiger!", skandieren sie nach dem Schlusspfiff und füllen den AZ-Pokal mit Schampus.

Dabei geht das Spiel am Samstag ganz anders los als von den meisten der 150 Zuschauer erwartet. Real Hinterbrühl gilt als haushoher Favorit, die Munich Kickers sind die krassen Außenseiter und eigentlich eine Hallenmannschaft, schieden 2012 in der ersten Runde aus.

"Der AZ-Pokal ist immer für eine Überraschung gut", orakelt 1860- und EHC-Stadionsprecher Stefan Schneider, der auch heuer das Finale kommentiert hat.

In der 8. Minute scheint die Weisheit zur Wahrheit zu werden: Thomas Mannhardt, später von Schneider zum "Man of the Match" gekürt, nutzt eine Abwehrschwäche von Real und knallt den Ball unhaltbar für den strammen Keeper Benni Goldberg ins Netz.

Die trotz Wiesn angereisten Schlachtenbummler der Munich Kickers rasten aus, wittern die Chance auf eine Sensation.

Bei den Real-Anhängern, auf der linken Seite der Tribüne im Stadion des ESV München an der Margarethe-Danzi-Straße sitzend, wird es ganz still. Nur Rainer Kraemer, ehemaliger Müllermeister aus Thalkirchen und Vater des Spielers Florian Kraemer, haut tapfer auf die Pauke.

Nach einigen Schockminuten kehrt auch auf dem Platz der Rhythmus wieder ein: In der 32. Minute köpft Thomas Felix zum 1:1 für Real.

Florian Kraemer erzielt kurz vor der Pause mit einem starken Freistoss die Führung. In der 63. erhöht Sammi Foniqi auf 3:1.

Nachdem Jürgen "Nando" Hernadi das spektakuläre 4:1 besorgt, gelingt Khalid Sandali nach Vorlage von Thomas Mannhardt in der 85. noch den Anschlusstreffer für die Kickers.

Zu spät. Real Hinterbrühl bringt das Spiel sicher nach Hause. Der Rest ist Jubel.

Platz drei erringt das heuer flüssig aufspielende Team von Juventus Urin kampflos - der FC Fayern ging lieber auf die Wiesn.

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