Fein, kompakt und mit zwei Motoren Volvo XC40 T5: Der Doppelherz-Schwede

Markentypisches Design im Kompaktformat: Der Volvo XC40 tritt sehr erwachsen auf. Foto: Rudolf Huber

Der Volvo XC40 ist ein Hit - das Paket aus typischem Design, hohem Sicherheitsstandard und feinem Interieur kommt auch im 4,34 Meter-Format gut an. Auch mit Doppelantrieb.

München
- Vor Kurzem haben die Schweden beim XC40 in Sachen Antrieb nachgelegt. Wegen ihres mittelfristigen Verzichts auf Diesel-Aggregate versuchen sie, strenge Verbrauchsauflagen mit Hilfe einer umfassenden Elektrifizierungs-Strategie in den Griff zu bekommen - etwa mit Plug-in-Hybriden. Wir haben das kleinste Volvo-SUV mit Doppelherz im Alltag ausprobiert.

 

Apropos klein: Dank des gelungenen Designs mit Thors Hammer-Tagfahrlichtern, imposantem Kühlergrill und gut abgestimmten Proportionen ist auch beim XC40 wie bei seinen 60er- und 90er-Kollegen ein stattlicher Auftritt garantiert. Die geschickte Platzausnutzung sorgt zudem dafür, dass sich das Raumangebot für Passagiere und Gepäck gar nicht so dramatisch von dem im XC60 unterscheidet. Klar, überall fehlen ein paar Zentimeter und ein paar Liter beim Kofferraumvolumen.

Aber für vier Erwachsene plus deren Utensilien ist allemal ordentlich Platz. Zuladen darf der 1,8-Tonner rund 500 Kilo, ins Gepäckabteil passen 460 Liter - das ist nicht üppig, aber ausreichend. Einziges Zugeständnis an den zusätzlichen Platzbedarf der Hybrid-Technik: Das Fach unter dem Kofferraumboden fällt weg. Und der Tank schrumpft um sechs auf 48 Liter.

Volvo XC40 bietet ordentlichen Gegenwert fürs Geld

Sehr angenehme Sitze, feine Materialien rundum, der neun Zoll große Touchscreen mit vielen Funktionen, die sich nach kurzer Eingewöhnung wie daheim am Tablet abrufen lassen - der XC40 bietet einen ordentlichen Gegenwert fürs Geld. Wie erwähnt, leistet er sich natürlich in Sachen Sicherheit keinerlei Schwächen - City Safety-Notbremssystem mit Fahrradfahrer-, Fußgänger- und Wildtier-Erkennung, aktiver Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Road Edge Detection zum Schutz vor unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrbahn oder Run-off-Road-Protection: Alles drin und noch ausbaubar mit dem 1.600 Euro teuren IntelliSafe-Paket Pro, das unter anderem das Fahrer-Assistenzsystem Pilot Assist mit adaptiver Geschwindigkeits-Regelanlage samt Abstandsautomatik und den Stau- Assistenten beinhaltet.

Neu an Bord sind die beiden Sicherheitssysteme Hazard Light Alert und Slippery Road Alert, die über ein Cloud-basiertes Netzwerk einen Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen ermöglichen und den Fahrer auf mögliche Gefahren und rutschige Straßenabschnitte aufmerksam machen.

Volvo XC4: Von 0 auf 100 in 7,3 Sekunden

Auch in Sachen Infotainment ist beim mindestens 39.000 Euro teuren Plug-in-Hybriden mit der Modellbezeichnung T5 einiges geboten. Das System Sensus Connect umfasst unter anderem eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Apple Carplay und Android Auto, der Testwagen war noch mit dem Business-Paket Pro ausgestattet, das etwa Premium-Sound per Harman-Kardon-Anlage und induktives Smartphone-Laden bietet.

Genug des langen Vorspiels - jetzt wird gefahren. Zunächst die nackten Daten: Zum Einsatz kommen beim XC40 T5 Twin Engine ein Dreizylinder-Turbobenziner mit 1,5 Liter Hubraum, der 180 PS und bis zu 265 Nm bereithält, plus ein Elektromotor mit 82 PS und einem maximalen Drehmoment von 160 Nm. Im Zusammenspiel ergibt das 262 PS und 425 Nm und ermöglicht den 0-100-Sprint in 7,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 205 km/h, 125 km/h sind mit E-Antrieb möglich.

Volvo XC4: Stromverbrauch von 15,6 bis 15,9 kWh je 100 Kilometer

Die gesamte Kraft wird über ein gut abgestufes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder geliefert - das sorgt speziell im Sportmodus bei kräftigem Gaspedaleinsatz für reichlich Regelbedarf im Antriebsstrang. Besser ist es, im Hybrid- oder im Komfort-Modus zu reisen, sonst lässt sich auch die rein elektrische Reichweite von knapp 50 Kilometern nicht mal ansatzweise realisieren. 30 Kilometer sind problemlos machbar, ehe sich der Verbrenner zuschaltet.

Fürs Aufladen der 10,7-kWh-Batterie gibt Volvo neun Stunden an der Haushaltssteckdose an, an Wallboxen und Ladesäulen sind minimal drei Stunden Ladezeit möglich - auch das zieht sich und birgt die Gefahr, das Laden zugunsten einer schnellen Weiterfahrt schlicht bleiben zu lassen.

Und das ist natürlich nicht Sinn der Sache. Denn nur mit reichlich Stromeinsatz kommt der Vorteil des Doppelantriebs zum Tragen. Von den je nach Reifengröße 1,8 bis 1,9 Liter Normverbrauch je 100 Kilometer kann man in der Praxis sowieso nur träumen. Idealerweise, bei randvollem Akku und zurückhaltender Fahrweise, sind für 100 Kilometer rund vier Liter realistisch. Wer dann mit leerem Akku weiterreist, kommt auf Werte um die sieben Liter. Den Stromverbrauch gibt Volvo mit 15,6 bis 15,9 kWh je 100 Kilometer an.

Wie viel kostet der Volvo XC4?

Wenn das tägliche Fahrprofil passt und es Lademöglichkeiten zuhause oder am Arbeitsplatz gibt, ist der Plug-in-XC40 eine ernsthafte Überlegung wert. Denn dann bietet er neben munterem Vorwärtskommen, einer sehr angenehmen Fahrwerksabstimmung, reichlich Komfort und einem beispielhaften Sicherheits-Niveau auch noch sehr günstige Verbrauchswerte, die der Umwelt und dem Geldbeutel gut tun.

Letzterer wird im Falle des XC40 T5 Twin Engine zuvor ordentlich beansprucht. Der getestete XC40 in der feinsten Ausstattungsstufe Inscription kostet nämlich schon mal 52.160 Euro. Und dann steckten noch verführerische Extras im Wert von knapp 10.000 Euro drin.

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