FC Bayern Träume von der goldenen Generation

Bayern-Kapitän Philipp Lahm. Foto: dpa

„All zu lange haben wir nicht mehr”, sagt Bayern-Kapitän Lahm vor dem Finale gegen Chelsea. Das verlorenen Endspiel 2010 dient als Motivation: „Wir haben uns weiterentwickelt”.

 

MÜNCHEN - Mein Hotel, mein Trainingsgelände, mein Stadion, meine Kabine, meine Fans – das „Finale dahoam” in der Allianz Arena am 19. Mai gegen den FC Chelsea ist für die Bayern-Profis das einmaligste Heimspiel ihrer Karriere.

Die Welt schaut nach München, einen Vorgeschmack auf das Medieninteresse bekamen die Profis an der Säbener Straße am Donnerstag. Die BBC, Pay-TV-Sender BskyB, insgesamt rund 20 britische Journalisten waren zu Gesprächsrunden auf das Vereinsgelände gebeten worden. Fragen über Fragen – auch nicht anders als im normalen Leben. „Die Leute in München sprechen fast nur über dieses Spiel. Egal wo du hinkommst, wirst du darauf angesprochen”, sagte Bastian Schweinsteiger, „viele Leute sagen uns: Jetzt schafft ihr es!”

Diesmal, im zweiten Anlauf nach dem mit 0:2 verlorenen Finale von 2010 in Madrid gegen Inter Mailand. Finale 2010? „Daraus ziehe ich eine große Motivation, eben aus der Enttäuschung heraus, die man erlebt hat”, meinte der Vize-Kapitän und ergänzte: „Chelsea hat das auch schon erlebt. Für die war es noch ein Stück härter." 2008 war das, im Endspiel von Moskau scheiterten Lampard, Drogba & Co erst im Elfmeterschießen an Manchester United.

Für die Führungsspieler bei Bayern ist es gerade zu eine logische Geschichte. 1999 verloren die Bayern in Barcelona gegen ManU, zwei Jahre später gewannen sie den Pott gegen Valencia. Wiederholt sich die Geschichte? Kapitän Philipp Lahm ist zuversichtlich: „Wir sind jetzt noch motivierter, haben uns weiterentwickelt. Der Glaube ist da, dass man diesen Titel jetzt gewinnen kann.” Eine Niederlage als beste Motivation und Hoffnung für den erneuten Versuch, den vielleicht letzten dieser Generation? „Wenn man eine goldene Generation werden will, muss man einen internationalen Titel gewinnen”, betonte Lahm.

Er weiß: „All zu lange haben Spieler wie Basti und ich nicht mehr, dass wir auf diesem höchsten Niveau spielen können.” Auch für Arjen Robben ist es das zweite Finale der Königsklasse. Der Pleite von vor zwei Jahren gegen Inter trauert er immer noch nach: „Wir waren damals nicht zu 100 Prozent bei der Sache, haben nicht unser Spiel gespielt. Es war nicht nötig, dieses Spiel zu verlieren. Man verliert so ein Spiel und nimmt die Erfahrung mit. Das wird jetzt nicht so sein.”

Lahm, Schweinsteiger, Gomez - sie alle standen 2008 im EM-Finale gegen Spanien (0:1), erlebten die Niederlage gegen Inter zwei Jahre später. Nun sind sie reif – für den Pott. Weil sie wissen, wie's läuft. „Wir müssen eine Mischung finden aus Mentalität, Selbstvertrauen, Mut, Cleverness und dem Wissen, wo kann man den Gegner treffen”, sagt Schweinsteiger.

Nach der 0:2-Pleite in der Premier League am Mittwoch gegen Newcastle wird Chelsea noch titelhungriger nach München kommen. Doch die Bayern versichern: Wir sind hungriger, gieriger. „Daher habe ich jetzt ein gutes Gefühl, 2010 haben wir nicht wirklich daran geglaubt", meint Lahm. Nur ein Bayer hat den Pott schon einmal in Händen gehalten: Trainer Jupp Heynckes.

Wird es sein Abschiedsgeschenk an den Verein? „Warum soll ich aufhören? Das hätte ich ja dann schon 1998 nach dem Gewinn mit Real Madrid machen können”, sagt er und fügt hinzu: „Ich werde meinen Vertrag erfüllen.” Bis 2013 hat er unterschrieben. Und wer weiß –das Finale in einem Jahr ist im Wembley-Stadion in London.

 

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