FC Bayern Schweinsteiger: Kapitän der Herzen

Rechtzeitig für das Spiel gegen den FC Basel und den Endspurt in der Liga ist Schweinsteiger wieder fit. Coach Heynckes lobt ihn: „Er denkt wie ein Trainer.“ Foto: dapd

Rechtzeitig für das Spiel gegen den FC Basel und den Endspurt in der Liga ist Bayerns Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger wieder fit. Coach Jupp Heynckes lobt ihn: „Er denkt wie ein Trainer.“

 

MÜNCHEN - Eine halbe Stunde Fußball kann so gut tun. Auch wenn es kein echter Wettkampf war, da das Ergebnis ohnehin schon zementiert war. Wirklich gefordert wurde der Mittelfeldchef des FC Bayern auch nicht. Mit 7:0 führte man am Samstag gegen Hoffenheim. So waren Zeit und Ort für das Comeback von Bastian Schweinsteiger perfekt, kurz vor dem Rückspiel im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Basel (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht angepfiffen, d. Red.). Für das gute Gefühl.

Mannschaft, Trainer, Fans – und Schweinsteiger selbst. Der Kapitän der Herzen ist zurück. Bundestrainer Joachim Löw nannte ihn einmal seinen „emotional leader“, da auch in der Nationalelf wie bei Bayern Philipp Lahm die Binde samt Hauptverantwortung trägt. Doch Schweinsteiger ist nicht nur die Abteilung Emotion, der 27-Jährige ist auch ein Garant der Punkte. In dieser Saison war Schweinsteiger öfter Zuschauer von außen als ihm lieb war. 13 Spiele in Bundesliga und Champions League verpasste er wegen seiner Schulter-Operation Anfang November und der gerade ausgeheilten Knöchelverletzung, fünf davon verloren die Bayern (sieben Siege).

Von den 21 Spielen in diesen Wettbewerben mit ihm gingen lediglich drei verloren (15 Siege). „Basti ist ein Spieler, der ganz wichtig ist für unsere Mannschaft. Man hat ja in den letzten Wochen und Monaten gesehen, wie wichtig“, sagt Torhüter Manuel Neuer. Schweinsteiger litt in den letzten Wochen auf der Tribüne. „Wenn wir verlieren, tut es mir sehr weh, weil mir der Verein sehr am Herzen liegt“, sagt der gebürtige Oberaudorfer. Es gab immer wieder Spiele, bei denen er es auf den Rängen nicht mehr aushielt und in die Kabine eilte.

Dass er auch dort in eine Art Trainerrolle schlüpfte, wies er jedoch weit von sich. „Ich bin nur runtergekommen, um bei der Mannschaft zu sein, das war mir wichtig. Aber der Trainer sagt alles zur Mannschaft.“ Klar, das ist Heynckes’ Hoheitsgebiet – doch Schweinsteiger ist einer, der beobachtet und aufmerksam registriert. Er hat ja schon einige Trainer in seiner Laufbahn erlebt. Ob Rudi Völler (der ihn 2004 zum Nationalspieler machte), Jürgen Klinsmann, Jogi Löw oder im Verein Ottmar Hitzfeld, Felix Magath, Louis van Gaal, Andries Jonker und nun zum zweiten Mal Jupp Heynckes.

Schweinsteiger hat die ganze Bandbreite erlebt – ist da die Karriere vorgezeichnet? Heynckes betont öfter, dass Schweinsteiger denke „wie ein Trainer“. Auch deshalb sei er sein verlängerter Arm auf dem Platz. Kaum einer fehlt so wie Schweinsteiger. „Das macht sich auch bei Bayern München bemerkbar, wenn der Stratege, der Kopf der Mannschaft fehlt“, sagte Heynckes. Das beeinflusse „unser Spiel nach vorne und defensiv“.

Er sieht ihn auf einer Stufe mit den Welt- und Europameistern Xavi und Andres Iniesta sowie Klubkollege Sergio Busquets vom FC Barcelona, die bei der WM 2010 zu Spaniens Siegerelf gehörten. Mit der Rückkehr des Vize-Kapitäns nach fünf Wochen Wettkampfpause rechtzeitig zum Endspurt der Saison verbinden die Bayern große Hoffnungen, vor allem bei der Aufholjagd von fünf Punkten auf Borussia Dortmund im Meisterschaftskampf.

 

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