FC Bayern: Neuer hat nichts dagegen Starkes Debüt: "Ungewöhnlich, aber schön"

Tom Starke. Foto: dapd

Manuel Neuers Stellvertreter Tom Starke debütiert mit einem "zu Null": Der FC Bayern ist seit 584 Minuten ohne Auswärtsgegentor. Jupp Heynckes lobt.

 

Hoffenheim - Als Tom Starke gegen 15 Uhr ins Stadion einlief, wurde ihm eine besondere Ehre zuteil.

Sowohl die Heim- als auch die Gäste-Fans jubelten dem Torwart des FC Bayern zu, was ja nicht so häufig passiert. "Tom, wir grüßen Dich!", stand auf einem Plakat in der Heimkurve. Starke quittierte es mit einem Lächeln. "Du kommst rein und alle klatschen dir zu – ungewöhnlich, aber sehr schön", meint er.

Dass der Ex-Hoffenheimer überhaupt erstmals für den FC Bayern in der Bundesliga auflaufen durfte, hatte Trainer Jupp Heynckes donnerstags intern angedeutet. "Da war ich Feuer und Flamme", sagt Starke. Als ihm Heynckes dann samstags in der Mannschaftssitzung tatsächlich aufstellte und Manuel Neuer damit auf die Bank schickte, "war die Überraschung groß, die Freude umso mehr".

91 Bundesliga-Spiele für Hamburg, Duisburg und Hoffenheim hatte Starke bis dato absolviert. "Aber für Bayern zu spielen, ist nochmal eine ganz andere Hausnummer", sagt der 31-Jährige. "FC Bayern – das bedeutet höchstes Niveau, höchste Ansprüche. Darauf habe ich mich vorbereitet und es ist gut gegangen."

Ein perfekter Nachmittag gegen den Ex-Verein. Hoffenheim hatte er im Sommer 2012 ein wenig im Groll verlassen. Weil die TSG Tim Wiese verpflichtet hatte, er vermisste die Wertschätzung.

Und wie spielte er nun? Zu Beginn etwas fahrig, bei einer Chance von Igor de Camargo ließ er sich verladen, David Alaba rettete. Später drosch er einen Rückpass genau zu einem Hoffenheimer.

Bis Minute 67 hatte Starke eigentlich gar keine Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Dann aber entschärfte er einen Schuss von Stephan Schröck sehenswert, hielt so das 17. "zu Null" der Bayern-Saison und einen neuen Auswärtsrekord (584 Minuten ohne Gegentor) fest. "Manchmal muss man auch mal dreckig gewinnen", sagte er. Auch wenn am Ende "ein bisschen Mitleid" mitschwang. Mit der TSG.

Wieso Starke spielen durfte, erklärt Heynckes so:  "Er verhält sich großartig, hat sich das redlich verdient." Von der Nummer eins gab’s keine Einwände: "Manuel meinte auch, der Zeitpunkt wäre gar nicht so schlecht." Weil Bayern nun eine Woche frei hat. Heynckes sieht’s nämlich so: "Vor Champions League oder Pokal muss ein Torwart spielen."

Man muss auch mal Gönnen können. Den Bankjob hatte Neuer bei der Nationalmannschaft zuletzt nur mit viel Murren hingenommen, als René Adler gegen Frankreich randurfte. Diesmal war es aber kein Problem. Weil man sich untereinander "super versteht", wie es Starke ausdrückte.

"Ich bin Manu sehr dankbar, er hat das sehr professionell aufgenommen", lobte er. "Er hat mich von Anfang an unterstützt, mir Tipps gegeben, wie die Mannschaft hinten funktioniert. Es ist ein Geben und Nehmen."

Nicht ausgeschlossen, das Starke gegen Ende der Saison nochmal zum Einsatz kommt. Wenn die Schale fix ist. An Neuers Nummer-eins-Status ist aber nichts zu rütteln. Wie sagte Mario Gomez so schön? "Es ist Toms Pech, dass er mit Manu einen vor sich hat, der vielleicht der beste überhaupt ist."

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