FC Bayern Klose: Abschied durch die Hintertür

Miroslav Kloses Wechsel zu Lazio Rom ist die erste persönliche Niederlage des Unverwüstlichen. Sein Großes Ziel - die EM 2012 - treibt den Natioanlstürmer an.

Berlin - Jetzt also Lazio Rom. Nach langem Ringen verlässt Nationalspieler Miroslav Klose die Bundesliga. Dort war er zuletzt nicht mehr glücklich geworden. Trainer Louis van Gaal hatte ihn fast nur auf der Bank schmoren lassen. Und in seltener Einmütigkeit mit dem inzwischen geschassten Holländer sah auch die Bayern-Führung das Ende der Beziehung gekommen. Nach halbherzigem Werben um ihren aktuellen Rekordnationalspieler stand fest: Es ist Schluss. Es gab allerdings einige Bewerber. Lazio Rom hat nun das Rennen gemacht. Damit beginnt für ihn nun mit 33 Jahren ein neues Abenteuer: Erstmals spielt er im Ausland.

Es ist ein Abschied durch die Hintertür. Irgendwie passt das zu dem Mann, der immer schon die leisen Töne bevorzugt hat. Passend ist es auch deswegen, weil Verein und Fans in den vier Jahren nie richtig warm geworden sind mit Klose. Und Klose umgekehrt auch nicht mit dem FC Bayern. Zwar standen am Ende in 150 Pflichtspielen 53 Tore für den Verein zu Buche. Aber es bleibt hängen, dass er in seiner Abschiedssaison in 20 zumeist kurzen Einsätzen nur noch einmal traf. Bei seinem letzten Auftritt im Bayern-Trikot gegen den VfB Stuttgart verabschiedete er sich mit einer absurd vergebenen Chance, als er es schaffte, den Ball aus kürzester Distanz über das Tor zu heben.

„Ich weiß, was ich kann“

Nun gehören schwache Phasen zu Kloses Karriere wie der Salto, den er sich zu Jugendzeiten für eine Wette mit einem Teamkollegen selbst beibrachte. Immer wieder zählten die Experten mit wachsender Häme die Minuten, die seit dem letzten Klose-Tor schon wieder vergangen waren. Doch diesmal hat sich Klose wohl zu lange auf einen seiner größten Vorzüge verlassen: Dass er es entgegen aller Kritik noch einmal schaffen würde.

So wie bei der WM 2010, bei der Klose es fertigbrachte, mit vier Toren tatsächlich eines mehr zu erzielen als in der gesamten Bundesliga-Saison zuvor. Und wie im September 2008, als Klose nach längerer Krise plötzlich drei Mal gegen Finnland traf. „Ich weiß, was ich kann“, pflegt Klose immer dann zu sagen, wenn die negativen Schlagzeilen wieder einmal über ihn hereinbrechen. „Ich weiß, was ich kann.“ Immer wieder. Und am Ende hatte er damit lange Zeit recht behalten. Bis jetzt.

Bei den Bayern konnte Klose noch so fest daran glauben, was er konnte, Louis van Gaals Vertrauen und Geduld waren deutlich begrenzter als die des Bundestrainers. Und die Bayern-Führung mochte am Ende auch nicht mehr als ein Einjahresangebot mit Option auf den Tisch legen. Zu wenig für Klose – der Abschied vom Rekordmeister ist, wenn man so will, die erste wirkliche Niederlage für den unverwüstlichen Mann.

 

1 Kommentar