FC Bayern Jupp Heynckes: Der lange Abschied

Bayern-Präsident Uli Hoeneß verteidigt Cheftrainer Heynckes und verrät, dass der 67-Jährige dennoch 2013 aufhören soll. Außerdem lädt er Dortmunds Boss Watzke zur Aussprache an den Tegernsee ein

 

München - Die Tragödie vom Finale dahoam lässt Uli Hoeneß nicht los. „Manchmal wache ich nachts auf und denke daran. Diese Niederlage ist nicht so schnell aus den Kleidern zu bekommen”, sagte Bayerns Präsident in der „Welt”. Was ihm bei der Frustbewältigung helfe, sei allerdings der Zuspruch der Fans. „In den fünf Tagen nach dem Finale sind über 1000 Menschen bei uns Mitglied geworden. Das habe ich noch nie erlebt.”

Außerdem sprach Uli Hoeneß über:

Den Vertrag seines Freundes und Bayern-Trainers Jupp Heynckes, der 2013 ausläuft:
"Die Diskussionen um das Alter unseres Trainers (Heynckes ist 67, d.Red.) halte ich für eine Sauerei. Ich wünsche mir mehr Respekt. Jupp ist ein sehr angesehener, fleißiger Trainer, der 100 Prozent gibt, ganz sicher keine ,lame duck’. Erst einmal tun wir alles dafür, dass Jupp Heynckes mit der Mannschaft erfolgreich ist. Und danach schauen wir: Holen wir einen Neuen oder nicht? Höchstwahrscheinlich holen wir einen.”

Die Transferpolitik der Bayern für die neue Saison:
„Warten Sie mal ab, was noch kommt! Es wird etwas passieren, die Einkaufspolitik des FC Bayern lässt sich erst beurteilen, wenn sie fertig ist. Wir werden uns punktuell verstärken, aber nicht Massen von Spielern kaufen.”

Den wirtschaftlichen Kurs des FC Bayern:
„Grundlage all unserer Erfolge ist die wirtschaftliche Vernunft. Wir sind mehr als ein Klub, wir sind eine Philosophie. Und vielen in der Wirtschaft ein Vorbild. Bevor wir uns verschulden, würden wir eher an die Gehälter der Spieler ran. Solange der FC Bayern München schwarze Zahlen schreibt, können sie auch sehr gut verdienen. Nur wenn das nicht mehr der Fall wäre, müssten wir unsere Politik überdenken.”

Die Rivalität mit Dortmund und sein Verhältnis zu BVB-Boss Watzke:
„Ich habe ihn angerufen und ihm zur Meisterschaft gratuliert. Und ihm gesagt, dass wir uns mal zusammensetzen sollten. Dieses Gespräch kann durchaus bei mir am Tegernsee stattfinden. Wir müssen aufpassen, dass wir in der Öffentlichkeit nicht verbal Pingpong miteinander spielen. Ich freue mich, dass wir einen Konkurrenten haben, der es wohl auch in den nächsten Jahren bleiben wird.” 

 

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