Fc Bayern im Pokalfinale Zwei Treffer gegen Bremen: Müller geht immer

Jubel über die Dienstreise nach Berlin: Der FC Bayern um Thomas Müller (M.) steht im Pokalfinale. Foto: dpa

Der Bayern-Stürmer wird im Pokalhalbfinale gegen Werder Bremen zum Matchwinner. Mit seinen Pflichtspieltoren 150 und 151 macht er den Einzug ins Finale nach Berlin perfekt. „Dann ist er eben drin“

 

München - Wenn nichts geht, hilft eben der Müller. Eine halbe Stunde lang mühte sich der FC Bayern im Pokalhalbfinale gegen Werder Bremen ab – und fand in der bis dahin gut organisierten Defensive der Gäste keine Lücke. Bis eben zur 30. Minute. Dann war die Allzweckwaffe der Münchner mal wieder zur Stelle: Thomas Müller wusste genau, wohin sein Teamkollege Xabi Alonso die Ecke treten würde, lief dem Ball in vollem Tempo entgegen und schüttelte Gegenspieler Clemens Fritz, der auch noch ausrutschte, mit einem kleinen Richtungswechsel ab.

Müllers 150. Pflichtspieltor

Der Rest war ein Leichtes für den Bayern-Torjäger vom Dienst. Müller stieg kurz vor dem Fünfmeterraum hoch und wuchtete den Ball per Kopfballaufsetzer links ins Tor. Bremens Keeper Felix Wiedwald brachte zwar noch eine Hand an den Ball, doch auch er konnte den Treffer nicht mehr verhindern. „Ich habe an meinem Kopfballspiel gearbeitet. Da war er eben drin“, sagte Müller. „Ich war bei den ersten drei Ecken schon nah dran, dann hab ich gedacht, ich muss mal was anderes ausprobieren.“ Müllers 150. Pflichtspieltor war damit perfekt.

Noch ein Küsschen Richtung Haupttribüne, von wo aus Ehefrau Lisa ihrem Mann ja stets bei der Arbeit zuschaut. Und dann lief der Jubiläums-Torschütze in seiner typischen Müller’schen (Jubel-)Art mit weit aufgerissenem Mund und geballter Faust durch den Strafraum. Der 26-Jährige durfte sich über seinen 22. Pokaltreffer im 35. Einsatz und gleichzeitig bereits seinen 30. Pflichtspieltreffer in dieser Saison freuen. Der ohnehin schon beste Müller aller Zeiten scheint einfach immer besser zu werden. In der Liga hat er seinen persönlichen Torrekord längst geknackt (aktuell 19 Treffer) und erzielt auch in der Champions League (8) ein wichtiges Tor nach dem anderen - zuletzt beim 2:2 im Viertelfinalrückspiel bei Benfica Lissabon, bei dem Sturmkollege Robert Lewandowski nicht in der Startelf stand.

Müller spielt immer!

In wichtigen Spielen ist das bei Müller mittlerweile unter seinem Trainer Pep Guardiola undenkbar. Auch bei dem Spanier gilt nun ganz klar die einst von Müllers Entdecker und Förderer Louis van Gaal aufgestellte, goldene Regel: Müller spielt immer! Vorzeitige Auswechslungen, wie etwa noch im Pokalhalbfinale der vergangenen Saison, das gegen Borussia Dortmund dann auch prompt verloren ging, gehören längst der Vergangenheit an.

Gegen Schalke saß Müller am vergangenen Samstag nur aus Rotationsgründen und mit Blick auf das wichtige Pokalspiel auf der Bank. Denn: Müller ist nun Guardiolas unumstrittener Schlüsselspieler in der Offensive. Elfmeterschütze Nummer eins sowieso. Nach Arturo Vidals Flugeinlage stellte er das in der 71. Minute mal wieder eindrucksvoll unter Beweis. Müller trat zum Strafstoß an, verlud den auf der Linie hin und her tänzelnden Wiedwald und schob den Ball unten links ins Tor. Und die Müller’sche Jubelarie führte er – mit geballter Faust und aufgerissenem Mund – freilich auch bei seinem 151. Treffer wieder auf.

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