FC Bayern Hoeneß über die Fifa: "Es ist ein Skandal"

Uli Hoeneß: "Wir haben mehr getan als nötig“ Foto: dpa

MÜNCHEN - Bayerns Präsident Uli Hoeneß äußert scharfe Kritik an der Fifa und deren Vergabemethoden der Weltmeisterschaften. Hoeneß befürchtet einen Imageschaden für den Fußball.

 

Uli Hoeneß hat scharfe Kritik am Fußball-Weltverband FIFA geübt. „Es ist ein Skandal, wie dort die Dingeablaufen. Offensichtlich hat heutzutage nur noch eine BewerbungErfolg, wenn zusätzlich Zahlungen unter dem Tisch gemacht werden“,unterstellte der Präsident des FC Bayern München in der „Sport Bild“(Mittwoch) wegen der Vergabe der Weltmeisterschaften nach Russlandund Katar der FIFA Bestechlichkeit.

FIFA-Präsident Sepp Blatter unddie anderen Verantwortlichen müssten sich langsam die Frage stellen,„ob das alles so weitergehen kann“, sagte Hoeneß.

Die negative Außendarstellung der FIFA in der jüngstenVergangenheit mit Bestechungs-Affären und der umstrittenen Vergabeder WM-Orte 2018 und 2022 haben beim Präsidenten des deutschenFußball-Rekordmeisters Unbehagen ausgelöst. „Ich kann nur sagen, dassdie FIFA derzeit kein Fettnäpfchen auslässt. Ein Skandal jagt denanderen“, sagte Hoeneß, der am Mittwoch seinen 59. Geburtstagfeierte, „da muss ich sagen, so wird das gute Image des Fußballskaputt gemacht“.

Die von Korruptions-Affären überschattete WM-Vergabe wird auchbeim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit Besorgnisverfolgt. Die ethische Bewertung der Fälle liege aber bei der FIFA,stellte IOC-Präsident Jacques Rogge in einem Interview mit der„Süddeutschen Zeitung“ klar: „Wir sind nicht die Weltregierung derVerbände, wir haben nur moralischen Einfluss“. Nach der WM-Vergabehabe er nur Russland und Katar gratuliert, so Rogge, „nicht derFIFA“.

Hoeneß fordert als Konsequenz aus dem offensichtlichen Mangel anTransparenz beim Weltverband, „dass sich ein Herr Blatter selbst malin Frage stellt, weil er die Dinge nicht mehr im Griff hat. Aber dannkäme nur der nächste FIFA-Vertreter, der keinen Deut besser wäre“.Laut Hoeneß müsse bei der FIFA das ganze System überarbeitet werden.Es sei an der Zeit, „dass die starken Verbände aus Deutschland,England, Spanien oder Frankreich da mal kräftig aufräumen“.

Von Theo Zwanziger als möglichem Mitglied in der FIFA-Exekutiveerwartet Hoeneß, dass der DFB-Präsident dort dominant auftritt undklarstellt, „dass man der größte Zahlmeister ist und auch Forderungenstellen kann. Es darf nicht sein, dass man sich stattdessen vonVerbänden wie Trinidad und Tobago vorführen lässt“.

dpa

 

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