FC Bayern Goldgrube Fröttmaning

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MÜNCHEN - Schon 2018, viel früher als geplant, könnte die Allianz Arena abbezahlt sein. Dann wären beim FC Bayern 20 bis 30 Millionen Euro pro Jahr für neue Stars frei. Bald gibt’s dort auch wieder weiße Bratwürste

 

Die Null muss stehen. Und sie wird bald in den Bilanzen des FC Bayern stehen, die schwarze Null – eine sehr gern gesehene Ziffer, vor allem, wenn es um die Tilgung der Schulden der 2005 eröffneten Allianz Arena geht.

„Wenn nicht irgendwelche unvorhergesehenen Instandhaltungskosten hinzukommen, dann können wir schon in den nächsten Jahren mit einer schwarzen Null rechnen“, hatte Finanzvorstand Karl Hopfner vor einer Woche in „Sport-Bild“ gesagt. Die Tilgung für das Stadion werde zwar noch einige Jahre andauern, die Belastung nehme aber mit jedem Jahr weiter ab. Die Zahlen für die Verluste liegen im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits weit unter denen des Vorjahres. 2009 verursachte die Fröttmaninger Arena in der Bilanz des FC Bayern ein Minus von 10,4 Millionen Euro.

Die Gesamtkosten betragen inklusive Finanzierungskosten rund 340 Millionen Euro. „Ursprünglich waren wir davon ausgegangen, dass wir 15 bis 20 Jahre brauchen, um das Stadion abzubezahlen“, sagte Präsident Uli Hoeneß im AZ-Interview. Der Vorteil: Die Allianz Arena ist aber mittlerweile eine hundertprozentige Tochter der FC Bayern AG, alle Einnahmen fließen direkt in die Kredit-Rückzahlung. Hoeneß voller Stolz: „In etwa acht Jahren werden wir keine jährliche Belastung mehr haben, Alle Einnahmen, die jetzt in die Tilgung gehen, fließen dann direkt in die Mannschaft.“

Von etwa 20-30 Millionen Euro pro Jahr kann man dann ab etwa 2018 ausgehen – genug Geld für einen weiteren Superstar à la Robben oder Ribéry pro Jahr. In der Biografie des ehemaligen DFB-Schatzmeisters Heinrich Schmidhuber richtet Hoeneß in diesem Zusammenhang eine Kampfansage an die Liga: Wenn die Allianz Arena erstmal abbezahlt ist, „dann wird der FC Bayern eine Macht sein, vor der sich die Konkurrenz in der Bundesliga warm anziehen darf“, heißt es dort. Die Schlussfolgerung: „Dann wird es lustig für die Liga.“ Denn, so Hoeneß weiter: „Alle Einnahmen aus Logen, Zuschauern, Werbung etc., die jetzt noch für die Tilgung verwendet werden, können dann in den Kader fließen.“

Goldgrube Allianz Arena. Ein Stadion, das Gewinn abwirft und Zuschauer, die durch den Kauf ihrer Eintrittskarten indirekt die Stars finanzieren, die sie sehen wollen – für die Verantwortlichen ein Traum. Hoeneß weiß, wem er die reine Fußball-Arena zu verdanken hat. „Ohne die WM 2006 wäre dieses Stadion mit ziemlicher Sicherheit nie gebaut worden. Sie hat den Impuls gegeben“, sagt Hoeneß, und weiter: „Franz Beckenbauer hat allen voran einen großen Anteil daran.“

Für alles aber ist auch der Kaiser nicht verantwortlich. Beim dritten Präsidentengespräch kürzlich in der Arena hatten sich Anhänger darüber beschwert, dass die roten Bratwürste viel zu scharf seien, es solle wieder weiße geben. „Die Verantwortung liegt bei Arena One“, sagte Hoeneß, also beim Bewirtungsunternehmen, „ich könnte mir spaßeshalber auch mal eine groß angelegte Verkostung mit den Fans in der Arena vorstellen. Ich will jedenfalls die beste Bratwurst in der Bundesliga. Und wir können durchaus eine weiße und eine rote dabei dauerhaft anbieten.“

Alles wird gut. Ein schuldenfreies Stadion mit freier Bratwurst-Wahl. Sind ja knackige Aussichten.

ps

 

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