FC Bayern gewinnt Klub-WM Dante: "Seit wir Kinder sind, träumen wir davon"

Dante ist überglücklich. Foto: dpa

Dante trifft – und gibt den Pokal nicht mehr her. Verlängert der Brasilianer jetzt seinen Vertrag beim FC Bayern?

 

Marrakesch - München? Liegt 2013 nicht mehr auf Dantes Reiseroute. Wie Pep Guardiola, Franck Ribéry, Javi Martínez, Thiago, Rafinha, Claudio Pizarro, David Alaba und Mario Mandzukic flog der Brasilianer direkt aus Marrakesch in den Weihnachtsurlaub, vom Fußball-Olymp nicht extra zurück in die sportliche Heimat. Zwei spezielle Gründe hat Dantes Heimreise nach Salvador de Bahia in Brasilien: „Mama und Papa! Weihnachten bedeutet bei uns Familie, Familie und Familie“, sagte er, bevor er über den Atlantik entschwand.

Für den Verteidiger war die Klub-WM in Marokko ein bisschen Achterbahn gewesen: Vergangenen Sonntag gab’s die 25-minütige Einnordung von Pep Guardiola während des Trainings, als der Coach auf ihn einredete, ihn ins Achtung stellte. Beim Halbfinale gegen Guangzhou guckte Dante dann nur zu, musste Daniel Van Buyten den Vortritt und sich via ARD von Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer anzählen lassen. „Er hat letzte Saison viel besser und konstanter gespielt, jetzt macht er viele, viele Fehler. Vielleicht tut ihm die Winterpause ganz gut, sich zu regenerieren“, sagte Beckenbauer da.

Alles, um in einem großen Happyend zu münden: Dante erzielte im Finale das 1:0, ein kräftiger Schuss aus der Drehung nach einer Ecke, sein erstes Saisontor – pünktlich zum Jahresausklang, in dem Finale, das Südamerikanern so unendlich viel mehr bedeutet als Europäern. „Für uns ist das sehr, sehr wichtig. Seit wir Kinder sind, träumen wir davon, diesen Titel einmal zu gewinnen“, sagte Dante. Den Klub-WM-Pokal wollte er anschließend gar nicht mehr hergeben, lief mit ihm mehrere Ehrenrunden, trug ihn später von der Kabine in den Bus, nahm ihn mit aufs Bankett.

Sein Jubelweg nach dem Tor hatte ihn zuvor direkt an die Bayern-Bank in die Arme von Claudio Pizarro geführt. Der Grund: „Er hat mir gesagt, dass ich treffen werde – deswegen bin ich zu ihm gelaufen.“ All den Druck bließ er auf dem Weg zur Bank in die Welt hinaus, schrie seine Freude in den Abendhimmel. „Ein sehr, sehr gutes Gefühl.“

Und das Tor ein gutes Argument, seinen bis 2016 laufenden Vertrag bäldigst zu verlängern. Prinzipiell besteht bei ihm, immerhin schon 30 Jahre alt, keine Eile, doch Dante hätte gerne ein wenig mehr Geld – den aktuellen, nicht so hoch dotierten Vertrag unterschrieb er schließlich bei seinem Wechsel 2012, von Gladbach kommend, damals als Innenverteidiger Nummer vier, nicht als Abwehrchef. Gut für ihn: Die Bayern sind durchaus gewillt, Dantes Leistung künftig besser zu honorieren. Aber jetzt erst mal: Brasilien, „die Batterien aufladen“. Mit einem Gruß an München verabschiedete er sich in die Sonne: „Egal ob Busfahrer, Sekretärin oder Platzwart: einfach genießen! Dieser Titel ist auch für diese Leute.“

 

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