FC Bayern gegen Bremen Petersen: "Bayern ist gar nicht auf die Punkte angewiesen"

"Mein Anspruch ist, Spielpraxis zu sammeln. Darum würde ich gerne schon im Frühjahr des nächsten Jahres wissen, wie es mit mir in München weitergeht und ob man mit mir plant", sagt Nils Petersen. Foto: dpa

Beim FC Bayern wird trotz des Superstarts vor dem Duell beim früheren Titel-Widersacher Werder Bremen jede Euphorie erstickt.

Düsseldorf  - Beim FC Bayern München wird trotz des Superstarts vor dem Duell beim früheren Titel-Widersacher Werder Bremen jede Euphorie erstickt. Borussia Dortmund arbeitet vor der Bewährungsprobe gegen Borussia Mönchengladbach daran, die explodierenden Emotionen in den Griff zu bekommen. Im Nordderby beim
großen HSV, der seinen 125-jährigen Geburtstag feiert, möchte der kleine HSV aus Hannover in Hamburg zum Partyschreck werden und seinen Champions-League-Platz festigen. Trainer Dieter Hecking fordert, noch wütend vom 1:4 in Hannover, vom 1. FC Nürnberg im Süd-Duell eine Rehabilitierung seiner Elf, doch noch mehr unter Druck stehen die Fehlstarter des VfB Stuttgart. Der sechste Spieltag schließt mit weiteren brisanten Begegnungen eine turbulente, bislang torreiche Woche der Fußball-Bundesliga ab.

 

Einerseits betonen die Münchner, ihr bester Saisonstart seit dem Aufstieg 1965 dürfe keine Überheblichkeit und Arroganz hervorrufen. Andererseits soll es aber auch nicht zu ruhig werden, zumindest wenn es nach Arjen Robben geht. „Es ist wichtig, dass es auch mal kracht. Wir müssen einander die Wahrheit sagen können“, sagte der Niederländer nach dem 3:0 gegen Wolfsburg. Vielleicht trifft ihn ja eine personelle Entscheidung von Trainer Jupp Heynckes, der wohl auch an der Weser wieder rotieren lässt, da am Dienstag das erste Auswärtsspiel in der Champions League bei BATE Borissow ansteht. Robben laboriert zudem an muskulären Problemen.

Ziel ist es, nach dem Start mit acht Siegen in acht Pflichtspielen jedes weitere Spiel zu gewinnen. Unentschieden würden Heynckes und Sportchef Matthias Sammer, der von den Spielern als motivierende Kraft gelobt wird, kaum zufriedenstellen. Nils Petersen, der von den Bayern zu Werder gewechselte Stürmer, ist aber nicht der einzige Bremer, der mindestens auf ein Remis hofft. „Die Bayern sind richtig gut drauf. Die sind doch gar nicht auf Punkte in Bremen angewiesen“, sagte er mit einem Schmunzeln. Unterdessen dachte Heynckes unbeirrt möglicher Ausfälle auch von Javier Martinez und Thomas Müller darüber nach, den ehemaligen Bremer Claudio Pizarro für Mario Mandzukic stürmen zu lassen.

Bei Dortmund rückte Marco Reus vor dem Duell gegen seine Ex-Kollegen in den Blickpunkt. Rücksicht kann er nicht nehmen auf Gladbach, das ohne ihn nur eins von fünf Spielen gewann. Trainer Lucien Favre gestand nach dem 2:2 gegen Hamburger SV, dass er seine Mannschaft ganz neu aufbauen müsse und dies Zeit erfordere. „Wenn ich ein Tor schieße, verhalte ich mich normal, ohne großes Pi, Pa, Po“, sagte Reus. Die Dortmunder, die auswärts in Hamburg und Frankfurt erstmals seit einer kleinen Ewigkeit binnen vier Tagen jeweils drei Gegentore kassierten, mussten sich vor dem Topspiel bei Manchester City (Mittwoch) auch mit ihren überkochenden Emotionen beschäftigen.

Trainer Jürgen Klopp entschuldigte sich halbherzig für seine Wut gegen den vierten Offiziellen in Frankfurt, muss aber noch dem DFB die Aktion erklären. Mats Hummels tobte in den Katakomben des Stadions und trat vor die Wand. Das Ende der Erfolgsserie, verbunden mit einem Rückstand von sieben Punkten auf die Bayern, nach fast einem Jahr kostete offenbar Nerven.

Obwohl Torwart Rene Adler das Team nach dem 2:2 in Gladbach als „Kindergartenmannschaft“ bezeichnete, hat der Hamburger SV die Talsohle offenbar durchschritten. Gegen Hannover soll vor der Gala zum 125-jährigen Gründungstag eine fußballerisches Glanzstück geboten werden. Mit Rafael van der Vaart und Szabolcz Huszti treffen auch zwei großartige Spielmacher aufeinander. Hannover hat mit dem 4:1 bei Nürnberg innerbetriebliche Schäden ausgelöst. „Diese Leistung wird Folgen haben“, schimpfte Trainer Hecking. „Ich will kein Gequatsche von der Mannschaft hören.“

Aber Gegner Stuttgart sitzt noch tiefer in der Tinte. Als „indiskutabel, grottenschlecht“, bezeichnete Manager Fredi Bobic das 0:3 gegen Hoffenheim. Es war schon an der Zeit, Trainer Bruno Labbadia den Rücken zu stärken. „Es gibt nicht ansatzweise eine Diskussion um ihn“, sagte Bobic nach zwei Punkten aus fünf Spielen. Shinji Okazaki fällt mit einer Knochenabsplitterung im großen Zeh aus. Eine Jobgarantie bekam auch Trainer Markus Weinzierl beim Schlusslicht FC Augsburg seitens Präsident Walther Seinsch vor dem Spiel bei 1899 Hoffenheim, das mit zwei Siegen aus dem gröbsten Schlamassel raus ist.

 

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