FC Bayern gegen Basel Paul Breitner: "Wir sehen uns im Finale"

"Es kommt nur auf die Überzeugung an. Und die werden die Spieler haben am Dienstag": Paul Breitner ist überzeugt vom Weiterkommen des FC Bayern gegen Basel. Foto: dpa

Paul Breitner lost am Freitag die Partien fürs Viertelfinale der Champions Leage aus. In der AZ erklärt er, warum Bayern dabei sein wird. Beweistermin: Heute, 20.45 Uhr, Allianz Arena.

 

AZ: Herr Breitner, Sie werden am 19. Mai als Botschafter des Champions-League-Finalspiels in München auf jeden Fall in der Allianz Arena sein. Wie viele Bayern werden Sie denn begleiten?
PAUL BREITNER: Stimmt, ich bin auf jeden Fall beim Finale dabei, aber ich werde sicher nicht der einzige vom FC Bayern sein.

Wer begleitet Sie denn? Der Vorstand des FC Bayern, Ihr Freund Uli Hoeneß?
Und alle Spieler, die am Samstag gezeigt haben, was sie können. Wenn alle so zielstrebig spielen wie beim 7:1 gegen Hoffenheim und das Bewusstsein haben, dass sie alles erreichen können und es auch wollen, dann sehen wir uns im Finale wieder.

Sie glauben also noch an den großen Traum vom Triple?
Ich werde am Freitag in Nyon sein und die Auslosung des Viertelfinales vornehmen, klar. Und da wird Bayern dabei sein. Also was soll der Blödsinn?

Na ja, Bayern muss gegen Basel am Dienstag ein 0:1 aus dem Hinspiel aufholen...

Na und? Wenn wir das Finale erreichen wollen, dann ist Basel nur genau so eine Zwischenstation wie die Gegner im Viertel- und im Halbfinale. Und was ist denn schon passiert in Basel? Wir haben 0:1 verloren, das ist nicht optimal, aber auch nicht so schlecht.

Wieso nicht?
Weil die Ausgangslage bei einem 0:1 nicht viel anders ist, als wenn sie 0:0 gespielt hätten. Dann hätten wir in München auch noch ein Tor schießen müssen. Und wenn wir jetzt ein Tor schießen, steht es 1:1 – und wir fangen wieder von vorne an.

Und wenn es dann irgendwann 2:0 steht, müssen sie hoffen, nicht noch einen Gegentreffer zu kassieren.
Falsch. Wenn du zwei Tore gemacht hast, dann versuchst du, noch das dritte oder vierte zu machen. Ganz einfach. Wie schnell das gehen kann, hat man am Samstag gesehen.

Das Spiel gegen Hoffenheim, das klare 7:1, war für Sie also nicht nur eine Momentaufnahme?
Dieses Spiel war ein Genuss, die Art, wie die Mannschaft da Fußball gespielt hat, war genau das, was sie kann. Davon bin ich überzeugt.

Die Probleme der letzten Wochen werden aber auch Sie nicht leugnen können! Die Auswärtsschwäche, die schwankenden Leistungen in der gesamten Rückrunde bisher, die Tatsache, dass sich Bayern extrem schwer tut, wenn sie nicht in den ersten 20 Minuten in Führung gehen...
Gerade Ihr letzter Punkt ist nur Statistik. Und mit der können Sie mich gern haben. Man muss immer betrachten, wieso die Probleme aufgetaucht sind. Und es war eben so, dass die Art und Weise, wie die Mannschaft das Spiel aufgezogen hat, nicht immer gestimmt hat. Aber sie kann es – es kommt nur auf die Überzeugung an. Und die werden die Spieler haben am Dienstag.

Sollte es wider Erwarten schief gehen, könnte die Saison dann noch irgendwie gerettet werden?
Mit so etwas darfst du dich gar nicht erst beschäftigen. Es macht überhaupt keinen Sinn, sich vorher darüber Gedanken zu machen, was passieren würde, wenn das Spiel verloren geht. Erstens wird das nicht passieren. Und zweitens ist das nicht die Denke, die für Spieler und Fans des FC Bayern richtig ist. Sollte es doch schief gehen, dann wird man die Lage analysieren. Aber mit Eventualitäten darfst du dich nicht aufhalten.

Das heißt, man darf noch keine Zwischenbilanz der bisherigen Saison ziehen?
Das ist nur für Journalisten interessant. Die Titel werden im Mai vergeben – so denken wir beim FC Bayern. Zwischenbilanzen bringen nichts – und sind sowieso am nächsten Tag schon wieder überholt. Schauen Sie sich doch nur diese alberne Diskussion um Arjen Robben, diese unsägliche Egoismus-Debatte, an.

Erzählen Sie!
Gut, Robben hat zeitweise nicht fantastisch gespielt. Aber dass das vielleicht daran gelegen hat, dass der Spieler noch nicht ganz fit war nach seiner Verletzung, darauf ist keiner gekommen. Wenn man schon analysieren muss, dann muss man auch die Hintergründe bewerten, wieso ein Spieler oder die Mannschaft in dieser oder jener Situation nicht alles aus sich herausholen konnte. Wenn wir demnächst Dortmund schlagen, dann sieht die Lage in der Bundesliga wieder ganz anders aus. Wenn wir trotz der Auswärtsschwäche Meister werden, dann kräht sowieso kein Hahn mehr danach.

Ihr Selbstvertrauen und das Selbstverständnis des FC Bayern...

... ist einfach, dass man sich nur mit seinen eigenen Stärken beschäftigt, nicht mit den eigenen Schwächen oder den Stärken der Gegner.

 

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