FC Bayern Der rote Rückpass (6): Andi Herzog

Von 1995 bis 1996 im Bayern-Trikot: Andy Herzog machte 28 Bundesligaspiele und zwei Tore. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Andreas Herzog spielte in der Bundesliga bei Werder Bremen und beim FC Bayern. Mit Bayern gewann er 1996 den Uefa-Cup. 2004 beendete er seine Karriere als Spieler bei Los Angeles Galaxy. Heute trainiert der 40-Jährige die österreichische U21-Nationalmannschaft.

 

AZ: Herr Herzog, Uefa-Cup Sieger, Deutscher Meister, Österreichischer Meister, WM-Teinehmer, österreichischer Fußballer des Jahres. Hätten Sie sich nach dem Karriereende nicht gerne mal mit etwas anderem befasst als Fußball?

ANREAS HERZOG: Ach, Fußball war von klein auf mein Leben – das hat sich bis heute nicht verändert und wird sich auch wohl nie ändern.

Welche Dinge sind Ihnen abseits der Lederkugel wichtig im Leben?

Eine Sache gibt es, die mir sogar noch wichtiger ist als Fußball.

Wir sind gespannt...

Mein 19 Monate alter Sohn und meine Frau sind das Wichtigste in meinem Leben. Es gibt nichts schöneres als meinem Kind beim Heranwachsen zuzusehen. Es ist unglaublich, welche Impulsivität der Kleine in unseren Alltag bringt.

Uli Hoeneß sieht den FC Bayern gerne als großen Familienbetrieb. Ist der FC Bayern eine Art lieber Verwandter für Sie?

Mein Herz hängt an allen Vereinen, bei denen ich gespielt habe.

Sie weichen aus...

Zu meiner Zeit war der FC Bayern noch der FC Hollywood in Hochblüte, ein Topverein, bei dem es großartig, aber auch sehr schwierig war für mich. Ich konnte mein Leistung, die ich noch in Bremen gebracht hatte, nicht wiederholen. Das hat mich enttäuscht.

Sie sind dann später trotzdem noch nach Hollywood, ins richtige Hollywood, zu Los Angeles Galaxy gewechselt. Am besseren Fußball dort kann das wohl nicht gelegen haben...

Es war immer mein Ziel, mal eine längere Zeit in Amerika zu leben. Loa Angeles war eine großartige Lebenserfahrung.

Wie wurde der Verein auf Sie aufmerksam?

Jürgen Klinsmann, damals sportlicher Leiter bei Galaxy, hatte mich angerufen und den Kontakt zum Trainer und der Vereinsführung hergestellt. Los Angeles war der ideale Abschluss für meine Karriere: Mein letztes Tor habe ich in New York geschossen. Bei meinem letzten Spiel. Das wird mir ewig in Erinnerung bleiben.

Was unterscheidet den deutschen, vom österreichischen und vom amerikanischen Fußball?

Das ist einfach zu beantworten: Deutschland ist zigfacher Welt- und Europameister, hat eine starke nationale Liga. Österreich hat dagegen noch nicht besonders viel zerissen, allerdings bin ich guten Mutes, dass sich das ändert. Die Amerikaner sind meiner Ansicht nach auf einem guten Weg.

In Österreich versuchen Sie als Trainer der U21 Nationalmannschaft ja sicher, dieses Niveau zu heben. Haben Sie Julian Baumgartlinger, einer Ihrer Schützlinge, zu seinem Abschied vom TSV 1860 München geraten.

Ich kenne die Interna bei 1860 nicht. Ich kann nur sagen: Baumgartlinger ist eines der größten Talente in Österreich, und die Sechzger werden sich noch ordentlich in den Hintern beißen, dass sie ihn haben gehen lassen. Ich kann nicht nachvollziehen, dass er kaum zum Einsatz gekommen ist.

Welche Ziele verfolgen Sie für die nächsten Jahre?

Ich möchte mich mit der U21 für die Europameisterschafts-Endrunde qualifizieren. Ich werde versuchen, den jungen Spielern durch meine Erfahrung den letzten Schub zu geben. Ich will ihnen dabei helfen, große Karrieren zu starten.

Interview: Boris Breyer

 

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