FC Bayern Basketball Vizepräsident Rauch: "Wir blasen nicht mit Zucker"

Yotam Halperin, Steffen Hamann und Trainer Yannis Christopoulos. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Bayerns Basketballer verlieren den ersten Test mit dem neuen Coach. Rauch macht Druck, Hoeneß schwört die Mannschaft ein

 

MÜNCHEN Am Samstagabend war Steffen Hamann zu Gast bei „Samstag Live” auf Sky. Der Kapitän der Basketballer des FC Bayern scherzte über die Entlassung von Trainer Dirk Bauermann: „Wenn’s im Fußball gut läuft, muss wenigstens im Basketball was passieren.” Später wurde sein Spezl Bastian Schweinsteiger zugeschaltet. Und der sagte: „Wenn ihr einen Interimstrainer braucht – ich habe schon mit Marko Pesic gesprochen. Ich stehe zur Verfügung.”

Tatsächlich haben sich der Sportdirektor sowie das Präsidium mit Uli Hoeneß und Vize Bernd Rauch am Donnerstag, dem Tag von Bauermanns Entlassung, für dessen bisherigen Assistenten Yannis Christopoulos als Nachfolger entschieden – Vertrag bis Saisonende. Sein erstes Spiel als Chef an der Seitenlinie verlor der Grieche am Samstag, bei der Saisoneröffnung vor 6033 Zuschauern im Audi Dome mit 77:83 beim Test gegen Panathinaikos Athen. Christopoulos machte einen engagierten und souveränen Eindruck – und steht dennoch schon zum ersten Saisonspiel am Mittwoch (16.35, Audi Dome) gegen Oldenburg unter Druck.

„Wir blasen hier nicht mit Zucker”, sagt Vizepräsident Rauch. „Dass Christopoulos jetzt umsetzt, was der Verein wünscht, ist ganz normal. Man muss Menschen nur klar sagen, was man von ihnen erwartet.” Und das heißt für den 38-Jährigen: Ein Platz unter den besten Mannschaften der Liga von Anfang an und am Ende der Saison die Qualifikation für die Euroleague. Der Meistertitel darf’s gerne auch sein.

Eine Schwächephase sollte sich Christopoulos besser nicht erlauben – es geht nicht nur um seinen Job, sondern um das ganze Basketball-Projekt der Bayern. Eine schwere Last, die da auf Christopoulos’ Schultern drückt, der sogar von Tyrese Rice, mit 1,85 Metern kleinster Spieler der Bayern, noch um knapp zehn Zentimeter überragt wird.

Auf seiner ersten Pressekonferenz als Chefcoach war Christopoulos nervös, er sprach schnell und hatte eine Menge mitzuteilen. Die Analyse der Niederlage gegen den europäischen Top-Klub Athen und sein Wissen über Basketball sprudelten geradezu aus ihm heraus. Auf die Frage, wie er sich jetzt als hauptverantwortlicher Trainer fühle, entgegnete Christopoulos nur: „Ich freue mich schon auf das nächste Training.”

Eine Antwort, die Uli Hoeneß gefallen haben dürfte. Der Präsident lud, wie aus Mannschaftskreisen zu erfahren war, am Freitag das gesamte Team zum Essen, er soll eine eine flammende Rede gehalten haben – bei den US-Spielern sind vor allem die Worte „Work” und „Discipline” in Erinnerung geblieben. Klare Botschaft: Die Zeit des zügellosen Um-die-Häuser-Ziehens, gegen das Bauermann zu wenig unternommen haben soll, ist nun vorbei – es wird künftig wohl wieder intensiver trainiert werden.

In der Vergangenheit waren die Basketballer öfters durch äußerst ausgedehnte Ausgehnächte aufgefallen. „Die Party ist vorbei”, hatte Bernd Rauch schon angekündigt. „Die Botschaft ist angekommen”, versichert Marko Pesic. Auch in der Niederlage gegen Athen hat er schon eine Reaktion gesehen: „Die Mannschaft ist zusammengerückt.”

 

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