FC Bayern Basketball Pesics Aufgabe: "Neue Nowitzkis entwickeln"

Bayern-Coach Svetislav Pesic. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Präsident Uli Hoeneß verabschiedet sich vom früheren Wunsch, den Superstar zu verpflichten – stattdessen soll Trainer Svetislav Pesic in Zukunft im Verein selbst Spitzen-Basketballer entwickeln

 

MÜNCHEN Vor rund eineinhalb Jahren, als die US-Profiliga NBA wieder einmal streikte, da kokettierte Uli Hoeneß damit, in der Lage zu sein, Basketball-Superstar Dirk Nowitzki nach München holen zu können. Und erklärte, dafür „nicht länger als drei Tage” zu brauchen. Mittlerweile spielt Nowitzki (34) in Hoeneß’ Planungen allerdings keine Rolle mehr. „Dirk wird erst in der NBA aufhören, wenn er kaum noch laufen kann. Dann hilft es uns auch nichts. Wir sind – ohne Nowitzki zu nahe zu treten – kein Altersheim für Basketballer”, sagte der Bayern-Präsident in der „Bild am Sonntag”.


Denn: „Es ist die Aufgabe von Svetislav Pesic, neue Nowitzkis zu entwickeln.” Pesic, der Meistertitel in allen bedeutenden europäischen Ligen geholt hat, zudem Welt- und Europameister wurde, ist seit Ende November Trainer bei den Basketballern des FC Bayern und so etwas wie eine lebende Trainer-Legende. Sein Vertrag läuft noch bis zum Ende der Saison und Trainer wie Funktionäre vermeiden, über die Zukunft zu sprechen.


Tatsächlich ist es aber wohl nur eine Frage der Zeit, bis beide Seiten eine, mutmaßlich mehrjährige, Vertragsverlängerung beschließen. Denn auch wenn der 63-Jährige bisher erfolgreichen und attraktiven Basketball spielen lässt und die Bayern vorübergehend bis auf Platz zwei der Tabelle geführt hat: Er trainiert eine Mannschaft, die sein Vor-Vorgänger Dirk Bauermann zusammengestellt hat – und an der sein Vorgänger Yannis Christopoulos gescheitert ist.

Im Grunde befindet sich der FC Bayern Basketball in einer Übergangssaison. Der Gedanke, mit den finanziellen Möglichkeiten eine Mannschaft ganz nach seinen Vorstellungen zusammenzustellen (und dabei fragwürdige Verpflichtungen wie den Israeli Yotam Halperin zu korrigieren), dürfte Pesic gefallen. Und auch, das Nachwuchskonzept mitzuprägen, Pesic ist als ausgesprochener Talent-Förderer bekannt.


Zumal sich die Abteilung ohnehin schon fest in der Hand seiner Familie befindet: Sohn Marko Pesic ist als Vertrauter von Uli Hoeneß mittlerweile nicht mehr nur Sportdirektor sondern auch Geschäftsführer und hat wenig Einflussnahme im Tagesgeschäft zu befürchten: Der für Basketball zuständige Vizepräsident Rudolf Schels führt die Abteilung weit zurückhaltender als es sein Vorgänger Bernd Rauch, der Vater des Basketball-Projekts tat.


Hoeneß weiß, dass die Situation mit derart viel Machtkonzentration nicht ungefährlich ist: „Ich habe beide Pesics daraufhingewiesen, dass das ein Problem sein kann. Bisher funktioniert es aber ohne Probleme. Ich sah keine bessere Möglichkeit, ich habe über Svetislav Pesic nur Gutes gehört. Also habe ich es riskiert”, sagte er in „BamS”.

 

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