FC Bayern Basketball Darum musste Djordjevic gehen - Kommt jetzt Radonjic?

, aktualisiert am 31.03.2018 - 09:34 Uhr
Sasa Djordjevic musste seinen Stuhl bei den Bayern-Basketballern überraschend räumen. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Trotz des bislang erfolgreichen Saisonverlaufs feuern die Basketballer ihren Trainer. Intern kriselte es schon länger. "Es ist keine Entscheidung, die emotional getroffen wurde", sagt Pesic. Kommt Dejan Radonjic?

München -  Tabellenführer in der Liga? Größter internationaler Erfolg der Vereinsgeschichte mit dem Erreichen des Halbfinales des Europacups? Der erste Triumph im Pokal seit 50 Jahren? All das reicht nicht, um beim FC Bayern in Amt und Trainer-Würden zu bleiben! Am Donnerstag feuerten die Bayern ihren Basketball-Coach Sasa Djordjevic.

Genau 39 Tage nach dem umjubelten Pokalsieg musste der 50-Jährige, der die serbische Nationalmannschaft bei Olympia zu Silber geführt hatte, seinen Platz auf der Bayern-Bank räumen. "Nicht zuletzt wegen unserer Position als Tabellenerster mag das für Außenstehende überraschend kommen", sagte Geschäftsführer Marko Pesic, "aber es ist keine Entscheidung, die emotional getroffen wurde. Ich habe Verständnis dafür, dass es eine unpopuläre Entscheidung ist, aber wir, die im Verein die Verantwortung tragen, haben alles genau analysiert und haben uns daher dafür entschieden, dass wir jetzt den Schnitt machen."

Pesic: "Spielen nicht auf dem Niveau, auf dem ich die Mannschaft erwarte"

Der Schnitt kam nach dem Aus im Europacup, als man erst im Hinspiel bei Darüssafaka Istanbul eine 23-Punkte-Führung verspielte und daheim im Rückspiel ebenfalls verlor. In der Liga kassierte man kurz darauf beim 72:91 gegen den Zweiten Alba Berlin eine derbe Klatsche. "Wenn man ehrlich ist, spielen wir schon seit einiger Zeit nicht auf dem Niveau, auf dem ich die Mannschaft erwarte", sagte Pesic weiter, "gegen Alba hat das Team ein Gesicht gezeigt, dass ich nicht erlauben werde, für das ich nicht stehen kann. All das hat uns – kumulativ gesehen – dazu bewegt, einen anderen Weg zu gehen."

Uli Hoeneß war eingeweiht

Die Vorbereitung auf das Spiel in Oldenburg (Sa.) übernimmt Assistent Emir Mutapcic. Der ist aber nur eine Übergangslösung. Der neue Trainer soll in ein, zwei Wochen präsentiert werden. Ein Kandidat: Ex-Bamberg-Trainer Andrea Trinchieri. Nach AZ-Informationen ist aber eine Verpflichtung von Dejan Radonjic wahrscheinlicher. Der 48-Jährige war bis 2017 Cheftrainer von Roter Stern Belgrad. Dort trainierte er die jetzigen Bayern-Stars Maik Zirbes und Stefan Jovic. Der Montenegriner gilt als Taktikfuchs.

Die Entlassung war auch mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß abgestimmt. Beim Pokalsieg vor einem Monat hatte der die Truppe noch überschwänglich gelobt. "Jeder kann davon ausgehen, dass diese nicht einfache Entscheidung nach intensiven Überlegungen aller Beteiligten und Gremien allein im Sinne des Teams und der Ziele unseres ambitionierten Projekts fiel", erklärte Pesic.

Interne Krise schon seit Monaten

Djordjevic, seit 2016 im Amt, wurde Donnerstagmorgen die Entscheidung mitgeteilt, dann die Mannschaft informiert. "Wir haben die News überrascht bekommen, weil es eigentlich ganz gut für uns läuft. Wir müssen die nächsten Tage abwarten, was die Gründe dafür waren", sagte Danilo Barthel.

Wie die AZ erfuhr, kriselte es hinter den Kulissen schon seit Monaten. Im Spätherbst gab es eine Krisensitzung, in der Djordjevic mit einigen Vorwürfen konfrontiert wurde. So stand seine mangelnde Kommunikation mit Spielern, Klubbossen und vor allem Sportdirektor Daniele Baiesi, der zu dieser Saison vom Meister Bamberg geholt worden war, am Pranger.

Doch es änderte sich nichts. Djordjevic zog sein Ding durch. Auch im Bezug auf Taktik und Trainingssteuerung wurden ihm Versäumnisse vorgeworfen, so konnten die Bayern regelmäßig nicht dagegenhalten, wenn die Gegner auf eine physischere Spielweise umstellten. "Unser Fokus liegt darauf, unsere Organisation von der Spitze bis zur Basis zusammenzuhalten, alle Nebengeräusche auszublenden und neue Einflüsse zu nutzen", sagte Baiesi:

"Wir glauben fest an das Potenzial des Teams, wir werden es deshalb auch nicht mehr verändern. Der Verein wird ihm stattdessen jede Unterstützung geben, um das Maximum aus den Playoffs zu holen." Ohne Djordjevic.

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