FC Bayern Basketball Bayerns Saison zum Vergessen: Die Aufarbeitung beginnt

Der Titelverteidiger scheitert im Viertelfinale an Ludwigsburg. Foto: imago images / BBL-Foto

Bayerns Basketballer müssen das frühe Aus beim Meisterturnier und eine titellose Saison aufarbeiten. Gespräche starten diese Woche.

 

München - Die Basketballer des FC Bayern hatten es eilig damit, Distanz zwischen sich und das für sie nun beendete Meisterturnier zu bringen. Noch am Freitagabend und vor Sonnenuntergang checkten sie also – unmittelbar nach ihrem Viertelfinalaus gegen Ludwigsburg – gegen 20.30 Uhr aus dem Quarantänehotel aus. Nachdem sie zwei Nächte zu Hause bei ihren Familen verbracht hatten, kamen sie Sonntagabend dann erstmals wieder zusammen. Bei einem Abendessen versammelte sich das Team gemeinsam mit Geschäftsführer Marko Pesic und Sportdirektor Daniele Baiesi – natürlich unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln – in einem Restaurant im Münchner Norden.

"Leider hatten wir wieder eine Schwächephase"

Ein erster Schritt beim Versuch der Aufarbeitung des enttäuschenden Turnierverlaufs. Dabei gilt es unter anderem die Frage zu klären, warum der Titelverteidiger nicht dazu in der Lage war, seiner Rolle als Topfavorit gerecht zu werden. "Ich habe gesagt, dass die Mannschaften erfolgreich sein werden, die sich am besten an die ganzen neuen Bedingungen anpassen – das haben wir nicht so gut geschafft", konstatierte Pesic und wollte weder Spielern noch Trainerteam aufgrund der besonderen Umstände beim Finalturnier dahoam ohne Zuschauer einen "Vorwurf" machen.

Das Team konnte das Fehlen seiner beiden Topscorer Greg Monroe (private Gründe) und Nihad Djedovic (Knieverletzung) jedenfalls nicht kompensieren. Dabei verpassten einige Profis auch die Chance, in dieser Situation als Führungsspieler in Erscheinung zu treten und Verantwortung zu übernehmen. Sicher auch eine Mentalitätsfrage, bei der Kapitän Danilo Barthel und dessen stellvertreter Vladimir Lucic ganz offensichtlich Unterstützung fehlte. "Leider hatten wir wieder eine Schwächephase, in der wir als Mannschaft ein bisschen zerfallen sind und keine Antwort auf die Physis von Ludwigsburg hatten", sagte Barthel nach dem abschließenden 74:73-Sieg, bei dem Bayern schon deutlich (29:18, 45:36) führte und der für den Einzug ins Halbfinale nach dem 83:87 im Hinspiel letztlich um vier Punkte zu niedrig ausgefallen war.

Trainerfrage bei den Bayern-Basketballern 

Diese Erfahrungen werden bei der Zusammenstellung des Kaders für die kommende Saison nun sicher eine Rolle spielen. Die ist in Zeiten der Corona-Krise allerdings eine ziemlich knifflige Angelegenheit für die Verantwortlichen. Die Planungen sind deshalb nämlich nach wie vor "on hold" gestellt, wie Pesic zuletzt der AZ sagte. So lange noch nicht feststeht, wie und wann die neue Saison gespielt werden kann, können keine verlässlichen Verhandlungen geführt werden. Nach AZ-Informationen werden die Bayern-Verantwortlichen aber trotzdem noch in dieser Woche die Gespräche mit ihren Spielern und Trainern aufnehmen.

Die Verträge von Barthel, Monroe, Maodo Lo und Mathias Lessort enden schließlich am 31. Juni. Barthel hat sich aufgrund der ungewissen Lage und Zukunft bereits vorm Meisterturnier ab 1. Juli arbeitslos gemeldet. "Sein Zuhause ist München, dann werden wir sehen", sagte Pesic über seinen Kapitän. "Wenn ich jetzt wüsste, wann wir wieder hundert Prozent der Kapazität in einer normalen Situation haben, wäre es für uns einfach. Die Situation haben wir aber nicht", führte er aus, "deswegen macht es das kompliziert, mit Spielern und Trainern zu sprechen."

Im Fall von Oliver Kostic, der im Januar vom Co-Trainer des entlassenen Dejan Radonjic zum Headcoach aufstieg, gleich doppelt. Pesic muss nämlich seinem Trauzeugen möglicherweise das sportliche Vertrauen wieder entziehen. Der erhoffte Effekt, der bei den Fußballern mit Hansi Flick so erfolgreich eingetreten ist, blieb beim FCBB schließlich aus. Das Achtelfinalaus im Pokal und die teilweise desolaten Auftritte in der Euroleague hatte zwar noch Radonjic zu verantworten, Kostic nun aber die endgültig titellose Saison. Seine Bilanz mit Bayern: Tabellenvorletzter beim Abbruch der Euroleague und nun der erste Playoff-Viertelfinal-K.o. seit 2012. Unmittelbar danach wollte sich Pesic nicht zur Trainerfrage äußern: "Das wäre respektlos." Er weiß aber, dass er in dieser Woche auch das Gespräch mit Kostic suchen muss. Und genauso, dass dessen Ergebnis wohl bereits jetzt unausweichlich feststeht.

 

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