Fan-Szene im Wandel "Ultras": Werden Fußball-Fans immer extremer?

Bayern-Fans rasten beim Gladbach-Spiel aus: „Wer den Blauen Millionen zuschiebt, hat unser Vertrauen nicht verdient. Hoeneß, du Lügner“, war auf Plakaten zu lesen. Foto: firo

Die Causa 1860 München wurde zum Politikum für die Ultra-Bewegung „Schickeria“: Die Fan-Szene im deutschen Fußball wird seit Jahren extremer.

 

München - Schwarzer Kapuzenpullover statt Kutte mit Vereinsaufnähern, zunehmend brutalere Ausschreitungen und sogar Aggressionen gegen den eigenen Verein: Die Fan-Szene im deutschen Fußball wird seit Jahren extremer. Immer mehr Jugendliche erliegen der Faszination der „Ultra-Fans“ – einer Art Jugendbewegung, die sich in ganz Deutschland ausbreitet. Die Vereine stehen diesem Phänomen oft hilflos gegenüber. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) versucht, mit modernen Kommunikations-Techniken einen Dialog auf Augenhöhe zwischen den Clubs, der Anhängerschaft und der Polizei in Gang zu setzen.

„Das ist aber ein langer und steiniger Weg“, sagte Thomas Schneider, Fanbeauftragter der DFL. Zumal die Ultra-Fans in den vergangenen Wochen mit immer exzessiveren Gewaltausbrüchen und Drohungen die Fronten verhärten ließen. In Frankfurt gab am Wochenende ein Zivilpolizist einen Warnschuss ab. Er sei von Fans so massiv bedroht worden, dass er sich nicht anders zu helfen wusste. Die extremen Anhänger widersprachen jedoch dieser Darstellung. Zuvor waren in Köln Morddrohungen gegen die FC-Spieler auf eine Werbebande auf dem Trainingsplatz gesprüht worden.

Den Ultra-Fans geht es nicht nur um den sportlichen Erfolg des eigenen Clubs. Ultra zu sein, ist für viele eine Lebenseinstellung: „Alles tun für den eigenen Verein, egal mit welchen Mitteln“. Es ist zudem eine Art Protesthaltung gegen die Obrigkeit oder gegen die Polizei. Klar ist aber auch, dass nicht jeder Ultra-Fan gewaltbereit ist. Es geht auch um Macht im Verein.

 

12 Kommentare